Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, auf das ich mich bereits seit Beginn des Jahres freue und dem Veröffentlichungstermin im September mit großer Vorfreude entgegenfieberte. Es handelt sich um das Buch Eine Handvoll Glück von Massimo Vacchetta und Antonella Tomaselli. Allein das Cover mit dem niedlichen Igel hat mich neugierig gemacht. Wer mich kennt, der weiß, dass ich eine große Tierliebhaberin bin und Hunde, Esel, Eichhörnchen und vor allem Igel tief in mein Herz geschlossen habe.

Aber die Begeisterung hörte nicht beim Cover auf, auch der Klappentext klingt außerordentlich vielversprechend. Vacchetta ist Tierarzt in einer norditalienischen Provinz und kümmert sich vornehmlich um Rinder. Eines Tages gibt ein befreundeter Kollege ein kleines Igelbaby in Vacchettas Obhut. Die kleine Igeldame, die er später Ninna nennen wird, ist winzig klein, sie wiegt gerade einmal 25 Gramm. Die Augen sind noch geschlossen, der Bauch ist noch nackt und die Stacheln sind winzigklein und weiß. Zu diesem Zeitpunkt weiß Vacchetta noch nicht, dass dies der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft sein wird und dass sich sein Leben im Anschluss an diese Begegnung mit Ninna grundlegend verändern wird.

5 Gründe, wieso »Eine Handvoll Glück« jeder Tierfreund gelesen haben muss

Mir hat Eine Handvoll Glück wirklich unglaublich gut gefallen und vermutlich wird es, soweit ich das im September schon sagen kann, mein Jahreshighlight werden. Ich habe selten so ein schönes Buch gelesen, das mich als große Tierliebhaberin so emotional berührt hat. Vermutlich hängt es auch ein wenig daran, dass die Geschichte um Ninna auf wahren Begebenheiten beruht. Dies macht mich in der Regel noch einmal emotionaler, als wenn es in einer fiktiven Welt spielt.

Für all diejenigen, die meine Begeisterung bisher noch nicht vollends mitreißen konnte, habe ich 5 Gründe zusammengetragen, wieso Eine Handvoll Glück ein Must-Read für jeden Tierliebhaber ist.

1. liebevolle Gestaltung

Man bekommt als Leser unglaublich viel geboten. Allein wenn man die Klappenbroschur öffnet, blickt einem Ninna mit ihren süßen Knopfaugen entgegen. In der Mitte des Buches warten 8 Doppelseiten mit Farbfotos darauf, vom Leser entdeckt zu werden. Vorsicht: Die Fotos sind alle unglaublich niedlich und zeigen Vacchetta bei seiner Arbeit im »La Ninna«, dem ersten Pflegeheim für Igel in Italien.

Wem das noch nicht reicht, sollte sich das Daumenkino einmal genauer ansehen. Der kleine Igel am unteren Seitenrand zeigt den Lesefortschritt an, mit zunehmender Seitenzahl legt er immer mehr an Weg zurück. Es ist wirklich nur ein kleines Detail, aber ich finde es unglaublich charmant. Es rundet die liebevolle Gestaltung perfekt ab.

2. emotionale und mitreißende Geschichte

Die komplette Story ist wirklich sehr emotional. Bereits nach dem ersten Kapitel hatte ich (Freuden-)Tränen in den Augen. Man erlebt das Aufpeppeln des kleinen Igels hautnah mit. Außerdem bekommt man zahlreiche Tipps und Tricks gratis an die Hand, auf die man bei der Erstversorung achten sollte, sollte einem selbst ein hilfesuchender Igel über den Weg laufen. Auch, wenn die wenigstens eine Butterfly-Kanüle zu Hause haben werden, um den Kleinen zu füttern, so ist doch der Tipp mit der Wärmflasche oder der Wollmütze als Transportmöglichkeit wirklich hilfreich.

Meinen zweiten emotionalen Auftritt habe ich, als die kleine Igeldame Ninna beginnt die Augen zu öffnen und als Vacchetta von der Futterumstellung spricht. Und so wird es das komplette Buch hindurch weitergehen. Es ist wirklich herzzerreißend schön und ich fiebere die komplette Zeit hindurch mit.

Neben all den fröhlichen Momenten, werden aber auch die Schattenseiten beleuchtet und das gefällt mir sehr gut. So bildet das Buch den tatsächlichen Alltag mit Wildtierjungen ab und lässt kein verklärtes Bild entstehen. Vacchetta, als frischgebackene Igelmama, füttert Ninna im Drei-Stunden-Takt, auch nachts. Er bekommt kaum Schlaf, die gemeinsame Zeit mit seiner Freundin reduziert sich drastisch und jeder Tag wird von einem Bangen begleitet, ob der Igel überleben wird.

3. ansprechender Schreibstil

Mir ist der Einstieg in Eine Handvoll Glück sehr leicht gefallen, das Buch liest sich sehr flüssig. Vacchetta schreibt ansprechend und mitreißend. Mein eigentlicher Plan war es, nur kurz reinzulesen aber schlussendlich hatte ich dann doch knapp die Hälfte des Buches gelesen und ich denke, das sagt schon alles.

Es fühlt sich ein wenig so an, als erzähle mir ein Freund, wie er eine Igeldame großgezogen hat und nicht, als würde ich ein Buch von einem norditalienischen Arzt lesen, den ich noch nie in meinem Leben gesehen habe. Es ist wirklich ein sehr angenehmer Schreibstil und ich denke, das macht es für mich noch ein wenig emotionaler.

4. Sensibilisierung für Wildtiere

Kurz nachdem Ninna bei Vacchetta eingezogen ist, hat er sich mit Guilia in Verbindung gesetzt, da diese sich mit der Versorgung von Jungigeln auskennt und er nichts falsch machen möchte. Er kontaktiert sie über das komplette Buch hinweg wirklich häufig und auch rund um die Uhr. Eben immer genau dann, wann er Rat braucht. Das finde ich sehr lobenswert und verdeutlicht einmal mehr, dass er weiß, wo seine Kompetenzen liegen und wo er auf die Hilfe von Außenstehenden angewiesen ist.

Das ist auch ein Rat, den ich gerne an jeden hier weitergeben möchte. Wenn ihr ein hilfesuchendes oder verletztes Wildtier findet, egal ob Igel, Eichhörnchen, Vögelchen oder gar ein Rehkitz, wendet euch an die nächste Wildtierhilfe in eurer Nähe. Dort weiß man, wie man dem Jungtier am besten helfen kann. Sollte es solche Wildtierstationen nicht in der Nähe geben, sollte man sich telefonischen Rat einholen. Oft haben diese Stationen ehrenamtliche Helfer, die den Fahrdienst übernehmen und das hilfesuchende Tier zur Station bringen, damit es versorgt werden kann.

Vacchetta hat dieses Buch geschrieben, um zu sensibilisieren. Er schreibt an mehreren Stellen, dass er sich wünscht, dass diese kleinen Geschöpfe mehr Aufmerksamkeit vom Menschen erhalten. Für uns sei es selbstverständlich, dass sie da seien, jeder freue sich, wenn er in der Dämmerung einen Igel durch seinen Garten laufen sehe, aber kaum jemand würde sich darüber Gedanken mache, wie verletzten und kranken Wildtieren geholfen werde.

Ähnlich wie das Bienensterben, das medial sehr ausgerollt wurde, ist die Versorgung von Wildtieren eine ebenso wichtige Thematik, die unbedingt mehr Beachtung finden muss. Ich verfolge in den sozialen Netzwerken die Arbeiten der Wildtierhilfen in meinem Umkreis und bin wirklich sehr dankbar, dass es so viele ehremamtliche Helfer gibt, die sich für das Wohl der Wildtiere einsetzen.

5. kompakt und dennoch umfangreich

Die Geschichte um Massimo und Ninna ist nur knapp 200 Seiten lang und eigenet sich damit perfekt als Lektüre an einem Sonntagnachmittag oder einfach für zwischendurch. Auch, wenn es ein Sachbuch ist, ist es keine trockene Aneinanderreihung von Fakten, sondern eine wirklich mitreißende und emotionale Geschichte, die sich flüssig lesen lässt. Trotz der wenigen Seiten ist die Handlung sehr tiefgründig und hat mich wirklich nachhaltig beeindruckt.