Kaum ist der Herbst da, laufe ich zu Höchstleistungen auf. Die Tage werden spürbar kürzer und die Abende deutlich länger. Das Leben verlagert sich wieder in die vier Wände und ich genieße die ausgiebigen Lesestunden in meinem Sessel. Mit einer heißen Tasse Tee und Lebkuchen (#sorrynotsorry) bewaffnet, stürze ich mich kopfüber in die Buchseiten. Ich könnte glücklicher nicht sein.

In diesem Monat habe ich wieder facettenreich, viel und vor allem gut gelesen. Insgesamt sind es 8 Bücher geworden. Das ist ein kleiner Rekord für mich, liegt mein durchschnittliches Lesepensum doch meist bei ungefähr der Hälfte. Auch, wenn einige kurzweilige, aber nicht minder interessante Geschichten unter den Büchern waren, habe ich in diesen Monat insgesamt 1732 Seiten gelesen. Das sind durchschnittlich ungefähr 57 Seiten täglich. Wow! Damit bin ich mehr als zufrieden. Schauen wir uns die Bücher nun einmal genauer an.

Sara Pennypacker – Pax

Begonnen habe ich den September mit einer richtigen Herbstlektüre. Bereits das zauberhafte Cover macht Lust auf die goldene Jahreszeit. Ich habe das Buch zu Weihnachten bekommen – in englischer Sprache mit wunderschönem rough cut-Buchschnitt -, mich dann aber nicht wirklich an die Geschichte herangetraut. Von überall hörte ich, wie traurig und herzzerreißend diese Geschichte doch sei und dass ich mir auf jeden Fall eine Packung Taschentücher bereitlegen solle. Ohwe, was habe ich mir da nur für ein Buch gewünscht? Gerade bei Tiergeschichten werde ich unnormal emotional und hier geht es um einen Fuchs, der von seinem geliebten Herrschen zurückgelassen wird. Wie soll ich das nur überstehen?

Long story short: Es war gar nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Gerade der Einstieg, den einige Leser als emotional und hochgradig traurig empfinden, konnte ich sehr gut lesen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich das Buch im englischen Original gelesen habe – eine kleine Taktik von mir, denn ich habe bemerkt, dass ich bei englischen Geschichten weniger emotional reagiere. Und es hat funktioniert. Dass mich Bücher mit Tiergeschichten im Allgemeinen aber emotional sehr berühren, durfte ich in diesem Monat an einem anderen Buch feststellen.

Jean Webster – Lieber Daddy-Long-Legs

Auch dieser Roman wartete seit Weihnachten darauf, von mir gelesen zu werden. Es ist mein erstes Königskind und bevor ich das Buch aus dem Regal genommen habe, wusste ich nicht mehr darüber, als dass es ein Briefroman ist und dass es ein Kinderbuchklassiker von 1912 ist. Ehrlichgesagt hatte ich, bevor es ein Königskind wurde, noch nie davon gehört. Umso neugieriger war ich, denn ich lese gerne Klassiker und vor allem Kinderbücher. Die perfekte Kombination also, oder?

Und genau so war es. Den kompletten Roman hindurch hatte ich ein unglaubliches Glücksgefühl in mir und aller Wahrscheinlichkeit nach auch ein Honigkuchenpferd-Grinsen im Gesicht. Es ist ein unglaubliches Wohlfühl-Buch, es sprüht nur so vor Heiterkeit und guter Laune. Ich lese gerne Briefromane und bin begeistert von dieser außergewöhnlichen und herzerwärmenden coming-of-age-Geschichte.

Thomas Hardy – Am grünen Rand der Welt

Auch einen Klassiker habe ich in diesem Monat geschafft und er hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen. Hardy versteht es, mit seinen Landschaftsbeschreibungen Atmosphäre zu erzeugen und mich in seinen Bann zu ziehen. Far From The Madding Crowd, wie es im englischen Original heißt, war mein erstes Buch von Hardy, aber definitiv nicht mein letztes. Ich habe bereits ein wenig gestöbert und könnte mir vorstellen, als nächstes Tess zu lesen.

Ich möchte an dieser Stelle noch nicht allzu viele Worte über diesen Roman verlieren, da ich noch eine ausführliche Buchbesprechung plane, in der ich detailliert meine Leseeindrücke schildern möchte. Seid gespannt!

J. K. Rowling – Hogwarts Schulbücher

Ich glaube zu den nächsten 3 Büchern muss ich nicht viele Worte verlieren, oder? Ich habe sie meinem Freund zu Geburtstag geschenkt und tatsächlich habe ich sie in diesem Monat zum ersten Mal gelesen. Pünktlich zum neuen Schuljahr ist bei mir das Hogwarts-Fieber ausgebrochen, am liebsten würde ich mich die nächsten Wochen in meinem Bett verkriechen und die komplette Reihe re-readen, ohne Pause.

Als Kompromiss habe ich mir dann diese 3 kleinen Zusatzbände geschnappt und damit meine Vorfreude zumindest vorläufig ein wenig gestillt. Ich bin mir sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ich den ersten Band zur Hand nehme und erneut in das Potter-Universum abtauche und mich – im wahrsten Sinne – verzaubern lasse.

Massimo Vacchetta – Eine Handvoll Glück

Vacchetta ist Tierarzt in einer norditalienischen Provinz und kümmert sich vornehmlich um Rinder. Eines Tages gibt ein befreundeter Kollege ein kleines Igelbaby in Vacchettas Obhut. Die kleine Igeldame, die er später Ninna nennen wird, ist winzig klein, sie wiegt gerade einmal 25 Gramm. Die Augen sind noch geschlossen, der Bauch ist noch nackt und die Stacheln sind winzigklein und weiß. Zu diesem Zeitpunkt weiß Vacchetta noch nicht, dass dies der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft sein wird und dass sich sein Leben im Anschluss an diese Begegnung mit Ninna grundlegend verändern wird.

Genau dies ist das Buch, das mich in diesem Monat emotional noch einmal auf die Probe gestellt hat. Ich habe selten so ein schönes Buch gelesen, das mich als große Tierliebhaberin so emotional berührt hat. Mir hat Eine Handvoll Glück wirklich unglaublich gut gefallen und vermutlich wird es, soweit ich das im September schon sagen kann, mein Jahreshighlight werden. In diesem Beitrag habe ich 5 Gründe zusammengetragen, wieso Eine Handvoll Glück ein Must-Read für jeden Tierliebhaber ist. Psst – Im Beitrag befindet sich ein niedliches Video der Igeldame Ninna.

Klemens Pütz – Unverfrorene Freunde

Zugegeben, in diesem Monat verfolgen mich Tiergeschichten ein wenig. Diesmal dreht sich alles um Pinguine. Klemens Pütz, einziger deutscher Pinguinforscher, gibt in Unverfrorene Freunde Einblick in das atemberaubende Leben der niedlichen Frackträger am anderen Ende der Welt.

Ich bin auf dieses Buch – anders als bei Eine Handvoll Glück, dem ich bereits seit Januar entgegenfieberte – zufällig aufmerksam geworden, denn es wurde bei vorablesen verlost. Neugierig geworden durch das Cover, habe ich die Leseprobe gelesen, einen Leseeindruck verfasst und dann kaum den Hibbeldienstag abwarten können. Die Gewinnbenachrichtung in meinem Postfach erlöste mich, ich durfte Unverfrorene Freunde vorablesen.

Tatsächlich war meine Vorfreude innerhalb kürzester Zeit enorm gestiegen. Ohne an dieser Stelle zu viel verraten zu wollen, muss ich ehrlich zugeben, dass mich einzelne Passagen ein wenig enttäuscht haben und auch Pütz‘ Schreibstil finde ich an manchen Stellen, wie soll ich sagen, unglücklich gewählt. Insgesamt ist es aber ein tolles Buch, in dem man allerhand über Pinguine lernen kann. Meine ausführliche Rezension folgt in den nächsten Tagen.