Meine Begeisterung für Kriminalromane ist weiterhin ungebrochen. Deswegen bin ich stetig auf der Suche nach neuen Fällen, bei dem ich gemeinsam mit dem Protagonisten versuche den Fall durch kluges Recherchieren und cleveres Kombinieren zu lösen. Mit der Reihe um Mags Blake, der Gärtnerin und Hobby-Detektivin scheint es mir gelungen zu sein, seine für mich vielversprechende Reihe aufgespürt zu haben. Nachdem ich euch vor Kurzem bereits den ersten Band, Je tiefer man gräbt, vorgestellt habe, liegt mein Augenmerk heute auf Je dunkler das Grab, dem zweiten Teil der Reihe. Schauen wir ihn uns einmal genauer an.

Je dunkler das Grab

Auch der Klappentext des zweiten Bandes der Reihe mit Mags Blake klingt außerordentlich vielversprechend. Diesmal geht es für Mags auf die Klosterinsel St. Michael’s Mount. Dort benötigt Sam Hawthorn ihre Hilfe. Er ist Historiker und arbeitet an einer Festschrift über das Kloster. Mags soll ihn dabei unterstützen und ein Kapitel über die Gärten des Klosters verfassen.

Als sie sich auf den Weg auf die Klosterinsel macht, weiß Mags noch nicht, dass sie schon bald viel mehr als nur für das Kapitel über die Gärten recherchieren wird. Nachdem sie dort nämlich angekommen ist, macht sie mit Sam einen Rundgang, um sich einen ersten Eindruck von der Insel und vor allem von ihren Gärten zu verschaffen. Doch auf diesem Rundgang entdeckt Mags nicht nur prunkvolle Gärten, sondern auch eine Leiche in der Kapelle des Klosters.

Cosy-Crime für Gartenfans

Wie bereits beim ersten Teil, fiel mir auch hier der Einstieg unglaublich leicht. Der Schreibstil ist flüssig und auch diesmal bin ich innerhalb weniger Seiten direkt mitten im Geschehen. Der Leser reist förmlich mit Mags auf die Klosterinsel und freut sich auf die Recherche über die Gärten. Die Dialoge finde ich diesmal sogar noch gelungener als im Vorgängerband. Sie wirken lebendiger und authentischer – das gefällt mir sehr.

Auch, wenn ich nach der Lektüre von Je dunkler das Grab nun endlich verstehen kann, wieso die Reihe mit Cosy Crime betitelt wurde, muss ich ehrlicherweise sagen, dass ich das nicht ganz so sympathisch finde. Für mich hätte es dieses Element nicht gebraucht. Hier hätte man sich gut und gerne allein auf Mags und ihre Arbeit als Gärtnerin im schönen Cornwall und die Ermittlungen, in die sie dadurch immer wieder hineinstolpert, beschränken können. Natürlich bringt Sam und die Tatsache, dass es zwischen den beiden gewaltig knistert, einen weiteren Twist in die Geschichte und wirkt dadurch ein wenig lebhafter, aber ganz ehrlich – ich gebe mich auch mit unaufgeregter Detektivarbeit zufrieden.

Denn eigentlich ist Je dunkler das Grab genau das. Nachdem Sam und Mags die Leiche in der Kapelle gefunden haben, verständigen sie die Polizei. Da diese aber nicht nach den Vorstellungen der beiden ermittelt, nehmen sie die Sache kurzentschlossen selbst in die Hand und stoßen dabei sie auf ein jahrzentealtes Familiengeheimnis. Zugegeben, bei den Ermittlungen merk man als Leser, wie gut Sam und Mags zusammenpassen, die ergänzen sich perfekt. Doch wieso hat man es nicht dabei belassen? Weshalb müssen die beiden an dieser Stelle ein Interesse füreinander entwickeln? Wieso hat man diese Situation nicht nur dafür genutzt, um private Einblicke in Mags‘ Leben zu geben und es dabei belassen. Das hätte zumindest mir persönlich mehr zugesagt.

Gemütliche Krimi vor der überwältigenden Kulisse Cornwalls

Damit möchte ich aber nicht sagen, dass mir der Krimi nicht gefallen hat. Ganz im Gegenteil. Ich mag es, wie gut mich dieser gerade einmal 230 Seiten umfassende Krimi unterhält. Er ist herrlich unaufgeregt, unblutig und schafft es auch diesmal hervorragend, Atmosphäre zu erzeugen. Als Leser habe ich das Gefühl, selbst im Klostergarten zu stehen und die Blumenpracht mit meinen eigenen Augen zu sehen und vor allem den sagenhaften Duft einzuatmen.

Das große Verdienst dieses Buches sind in jedem Fall wieder die überwältigenden Landschaftsbeschreibungen. Dafür scheint Cornwall mit seiner traumhaften Kulisse wie gemacht. Die Cosy-Crime-Elemente sind ein kleines Plus, die die Geschichte ein wenig lebendiger wirken lassen, hätten für meinen Fall aber nicht sein müssen.

Ich habe Je dunkler das Grab an einem Wochenende gelesen und hatte wirklich gemütliche und unterhaltsame Stunden. Diesen kurzweilige Krimi lege ich all jenen ans Herz, die Krimis der Unterhaltung wegen lesen und Spaß an ruhiger Detektivarbeit haben. Darüber hinaus ist Je dunkler das Grab auch für all jene geeignet, die überwältigende Landschaften und prunkvolle Gärten mögen und schon immer einmal einen Mordfall inmitten traumhafter Kulisse lösen wollen.


Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares.