Ich bin bereits vor einiger Zeit auf die Bilderbücher von Torben Kuhlmann mit der niedlichen Maus aufmerksam geworden. Immer mal habe ich in Buchhandlungen und auch auf der Frankfurter Buchmesse durch die Geschichten geblättert und schon nach kurzer Zeit habe ich mich in die kleine Maus verliebt.

Bei meinem Besuch in der örtlichen Bibliothek in der letzten Woche, haben mich Kuhlmanns Bücher direkt angelacht und mir zugeflüstert: Nimm uns mit, du willst uns doch schon so lange lesen. Unsere Geschichten sind auch wirklich zuckersüß, sie werden dir gefallen. Versprochen! Wie kann man da widerstehen? Also habe ich kurzerhand Lindbergh und Armstrong ausgeliehen und – so viel kann ich schon verraten – habe es nicht bereut.

Kuhlmanns Abschlussarbeit: Lindbergh

In Lindbergh geht es um die kleine Maus Charly – eine wie ich finde gelungene Anspielung an Charles Lindbergh -, die in Hamburg lebt und eines Tages bemerkt, dass es dort, wo sie wohnt, ziemlich gefährlich geworden ist. Überall stehen Mausefallen und wo sind überhaupt all die Freunde hin verschwunden? Haben sie die drohende Gefahr etwa schon bemerkt und sind geflüchtet? Nach Amerika vielleicht?

Die kleine Maus beschließt, den Sprung – oder vielleicht besser den Flug – über den großen Teich zu wagen. Nächtelang bastelt Charly an einem Fluggerät, das ihn sicher über den Atlantik bringen soll. Inspiriert durch Fledermäuse, bastelt er zunächst Flügel, die er sich umschnallt und auf dem Kirchturm von Hamburg ausprobiert. Doch schon schnell bemerkt Charly, dass er hiermit niemals nach Amerika kommen wird. Er tüftelt weiter.

Schließlich bastelt er ein motorbetriebenes Flugzeug und ist überzeugt, dass es hiermit funktionieren wird. Amerika ist zum Greifen nahe. Voller Vorfreude setzt sich Charly in sein Flugzeug und startet den Motor und tatsächlich – es fliegt. Es nimmt immer mehr an Höhe auf, Hamburg wird immer kleiner, der Atlantik wird problemlos überflogen und was ist das dort in der Ferne? Ist das tatsächlich New York mit der Freiheitsstatue?

Als Charly in New York landet, trifft er all seine Mäuse-Freunde wieder und ist inzwischen zu einem kleinen Star geworden. Jeder hat von der kleinen Maus gehört, die ein FLugzeug gebaut und den Atlantik überquert hat. Nicht zuletzt Charles Lindbergh wird davon inspiriert werden.

Torben Kuhlmann – Armstrong

Auch in Armstrong geht es wieder um eine kleine Maus. Diesmal ist ihr Ziel nicht das weit entfernte Amerika, sondern noch viel weiter entfernter Planet – der Mond. Die kleine Maus bewohnt ein Dachgeschoss, in dem es mit einem Teleskop regelmäßig den Himmel bei Nacht beobachtet und macht dabei eine merkwürdige Entdeckung. Einmal ist der Mond ein großer weißer Ball, mal ist er eine kleine dünne Sichel. Wie funktioniert denn das? Diese Entdeckung weckt das Interesse der kleinen Maus und lässt sie Nachforschungen über den Mond anstellen.

Von den anderen Mäusen wird die kleine graue Maus nur belächelt, sind sie doch davon überzeugt, dass der Mond ein riesengroßer Käse ist. Gerade die Krater und Löcher würden dies beweisen. Doch die kleine Maus ist der festen Überzeugung, dass der Mond mehr ist als ein großer Käse und so macht sie sich auf dem Weg ins All, um ein für allemal herauszufinden, was der Mond nun wirklich ist.

Auch hierfür wird die kleine Maus wieder kreativ. Sie bastelt Raumfahrtkapsel und sogar einen maßgeschneiderten Raumfahrtanzug. Das Abenteuer kann beginnen!

Perfektion on point: Das beste Bilderbuch!

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie wunderschön diese beiden Bilderbücher von Kuhlmann sind und wie begeistert ich von den Mausgeschichten bin. Meiner Meinung nach sollte wirklich jeder, der sich für erstklassige Illustrationen begeistern kann, diese Meisterwerke kennen. Hier ist wirklich jede Illustration ein Gemälde!

Streng genommen ist es gar kein Bilderbuch, sondern vielmehr eine Graphic Novel, denn es ist unwahrscheinlich umfangreich, sowohl von der Seitenanzahl als auch von Anzahl der Illustrationen. In jeder einzelnen Abbildung wird die Liebe zum Detail deutlich. Kuhlmanns Sorgfalt und Professionalität lässt sich auf jeder Seite seiner Arbeiten wiederfinden. Für mich sind die Bücher von Kuhlmann die wohl schönsten Bilderbücher, die ich jemals in der Hand gehalten habe.

Auch die Botschaft, die Kuhlmann sowohl in Lindbergh als auch in Armstrong transportiert, finde ich großartig. In jedem Abenteuer ist die kleine Maus dem Menschen voraus. So überquert zuerst Charly, die kleine Maus, den Atlantik und inspiriert damit Charles Lindbergh, den wir mit der ersten Alleinüberquerung des Atlantiks in Verbindung bringen. Auch bei Armstrong war die kleine graue Maus zuerst da: Sie war es, die als erster Erdbewohner die Mondoberfläche betreten hat und dort eine Fahne hinterlassen hat und nicht – wie wir bisher angenommen haben – Neil Armstrong 1969. Ich finde das irgendwie niedlich!

Psst! Schon bald werde ich das neue Bilderbuch von Torben Kuhlmann vorstellen. In Edison wird es diesmal nicht hoch in die Lüfte, sondern vielmehr unter die Meeresoberfläche gehen. Mehr möchte ich an dieser Stelle aber noch nicht verraten. Ich freue mich auf die nächste abenteuerliche Reise mit der kleinen Maus!