Ich stöbere unwahrscheinlich gerne durch fremde Blogs und lasse mich gerne von interessanten Beiträgen und neuen Formaten fesseln. Die Bloglandschaft ist vielfältig und das schätze ich sehr, denn so findet jeder die Inhalte, die ihn interessieren. Seitdem ich selbst Bloggerin bin, weiß ich aus erster Hand, wie viel Arbeit und vor allem Herzblut in einem Blog steckt.

Jeder Blogger – machen wir uns nichts vor – freut sich, wenn seine Beiträge gelesen und kommentiert werden, wenn man dem Blog folgt. So weiß man, dass man mit seiner Seite alles richtig gemacht hat. Denn auch, wenn man in erster Linie für sich selbst bloggen sollte, so liegt eigentlich jedem Blogger etwas an dem Austausch mit Gleichgesinnten, denn sonst könnte man seine Gedanken auch analog festhalten und in der Schublade sicher aufbewahren.

Doch wenn ich mich fröhlich durch die Blogosphäre klicke, kommt es nicht selten vor, dass ich eine Seite innerhalb weniger Minuten, vielleicht sogar Sekunden, wieder verlasse. Das mag unterschiedliche Gründe haben, aber eines ist sicher: Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Bloggen ist etwas sehr Persönliches, nicht nur, weil man seine Gefühle und Gedanken zum Ausdruck bringt, sondern vielmehr deswegen, weil man sich mit seinem Schreibstil, seiner Ausdrucksweise offenbart – und eben auch angreifbar macht. Deswegen ist ein respektvoller Umgang unter Bloggern (und natürlich auch generell) unabdingbar.

Wichtig ist mir noch, zu erwähnen, dass ich mit diesem Beitrag niemanden persönlich kritisieren möchte, sondern schlichtweg offenlegen möchte, worauf ich bei Blogposts Wert lege und was für mich einen guten Beitrag ausmacht. Mir ist bewusst, dass sich jeder Blogger viel Mühe mit seinem Blog gibt und man schnell dünnhäutig wird, wenn es um eine Sache geht, die einem wichtig ist. Glaubt mir, ich kenne das selbst wirklich sehr gut. Auch ich muss jedes Mal noch schlucken, wenn ich Feedback zu meinen Blogbeiträgen bekomme, obwohl ich weiß, dass es niemals persönlich und immer gut gemeint ist.

Deswegen möchte ich nachfolgend konstruktive Kritik anbringen, wie gute Blogbeiträge in meinen Augen qualitativ noch besser werden können. Denn jeder Blogpost sollte gelesen werden und den Leser mit einem guten Gefühl zurücklassen.

1. Rechtschreibung, Grammatik, Interpunktion

Auch, wenn ich mir sicher bin, dass jeder Blogger bemüht ist, möglichst korrekt zu schreiben, möchte ich den nächsten Punkt ansprechen. Bitte bitte tut mir – und vor allem euren Lesern – den Gefallen und achtet auf Rechtschreibung, korrekte Grammatik und nutzt Interpunktionszeichen. Ich glaube, dass es für mich tatsächlich nichts Nervtötenderes gibt, als Blogbeiträge zu lesen, die übersät sind mit Fehlern.

Ich persönlich lese meine Blogbeiträge mehrmals Korrektur, bevor ich sie veröffentliche. Natürlich rutscht mir da auch der ein oder andere Fehler durch, das ist völlig normal. Schließlich sind wir alle nur Menschen. Aber genau aus diesem Grund lasse ich abschließend die Rechtschreibprüfung noch einmal nach möglichen übersehenen Fehlern suchen, um am Ende einen möglichst fehlerfreien Text auf meinem Blog hochzuladen. Es gibt heutzutage so viele Möglichkeiten, sein Geschriebenes auf Korrektheit überprüfen zu lassen, nutzt sie!

Und auch, wenn danach immer noch vereinzelt Flüchtigkeitsfehler zu finden sind, ist das nicht weiter dramatisch. Ich spreche von Rechtschreib- und Grammatik-Fauxpas, die aufgrund fehlender Sorgfalt entstehen.

2. Langweile mich bitte nicht mit schnöder Klappentext-Abtipperei!

Spätestens, wenn ich eine Rezension aufrufe und feststelle, dass der Beitrag kaum länger als der Klappentext des besprochenen Buches ist, klicke ich auf das X rechts oben. Denn, seien wir ehrlich, wenn ich in wenigen Sätzen erfahren möchte, worum es in dem Buch geht, lese ich den Klappentext, denn dafür ist er schließlich da. Für diese Information muss ich mich nicht durch die Blogosphäre klicken.

Von Rezensionen erwarte ich, dass sie mir Hintergrundinformationen liefern, je nach Werk eventuell eine kleine Vita des Autors beinhalten, aber in jedem Fall soll auf den Stil, die Sprache und auf die Figuren eingegangen werden. Und dies gerne ausführlich. Selbstverständlich darf der Inhalt kurz(!) und sehr gerne in eigenen Worten wiedergegeben werden, aber dies sollte wirklich nur einen kleinen Teil der Rezension ausmachen.

Ich persönlich finde es außerdem wichtig, dass der Rezensent seine persönlichen Leseeindrücke in der Buchvorstellung niederschreibt. Denn eine Rezension ist für mich immer etwas Subjektives. Es ist jenes Format, durch das der Rezensent seinen Lesern mitteilt, wie er die Lektüre eines bestimmten Buches empfunden hat.

3. Du bist nicht kritisch genug!

Ich lese Blogbeiträge, weil ich neugierig bin. Wenn ich trockene Fakten zu einem Buch, zu Veranstaltungen oder sonstigen literarischen Themen suche, schaue ich auf entsprechenden Seiten, vermutlich der Verlagshomepage. Blogs besuche ich, weil ich erfahren möchte, wie Bücher aber auch literarische Debatten oder sonstiger buchiger Content von Lesern rezipiert werden. Was beschäftigt den Einzelnen, was erhitzt die Gemüter?

Dafür ist es wichtig, kritisch zu sein! Kritische Beiträge sind jene Beiträge, die einen Mehrwert liefern. Und genau das ist es, was ich als Leser eines Blogs erwarte. Ich möchte eine Perspektive aufgezeigt bekommen, die ich selbst so nicht gesehen habe. Ein Blogbeitrag soll zum Austausch animieren und genau dafür ist es unerlässlich, Dinge kritisch zu hinterfragen und vielleicht auch einmal eine unbequeme Wahrheit auszusprechen.

In diesem Zuge möchte ich auch erwähnen, dass Kritik per se nichts Negatives ist, auch, wenn es gerne damit assoziiert wird. Kritik sagt nichts über die Qualität aus. Es ist ausschließlich eine Beurteilung anhand verschiedener Parameter. Ich kann kritisch sein und eine Sache dennoch gut finden und weiterempfehlen.

4. Ich möchte nicht die 364. Rezension zu ein und demselben Buch lesen.

Natürlich ist es verlockend, immer eines der aktuellen Neuerscheinungen zu lesen. Gerade wir Buchblogger sitzen an der Quelle und können Bücher teilweise schon vor ihrer Veröffentlichung lesen. Dementsprechend naheliegend ist es, dieses Buch dann auch zeitnah zu rezensieren, damit man mit anderen darüber in den Austausch treten kann. Die Leseeindrücke sind frisch, man möchte darüber reden. Das verstehe ich vollkommen.

Aber dieser Trend nimmt meiner Meinung nach in letzter Zeit wirklich überhand. Ich kann gar nicht sagen, wie viele Wochen in meinem Reader gefühlt ausschließlich Rezensionen zu den Werken von Sarah J. Maas oder Jennifer L. Armentrout gelistet waren. Die Nennung dieser beiden Autorinnen hat an dieser Stelle wirklich nur beispielhaften Charakter. Natürlich hätte ich auch Haruki Murakami, Mona Kasten oder Colleen Hoover nennen können. Ich denke die Problematik ist klar.

Natürlich ist nichts Verwerfliches dabei, wenn man gerne Neuerscheinungen liest und diese auf seinem Blog bespricht. Jeder soll lesen, was ihm gefällt und über das Bloggen, was ihm wichtig ist. Nur, wenn ich die 364. Rezension zu ein und demselben Buch präsentiert bekomme, werde ich sie schlichtweg nicht lesen und sofern mir ansonsten kein ansprechender Content bereitgestellt wird, verlasse ich den Blog.

Deswegen: Überrasche mich mit deinen Blogbeiträgen. Bring Abwechslung rein, poste nicht nur Rezensionen. Sei kreativ und variiere sowohl in der Formatauswahl als auch in der Titelauswahl von einzelnen Beiträgen. Eine Rezension klingt direkt viel ansprechender, wenn du sie mit „3 Gründe, wieso du XYZ lesen musst“ oder „5 Gründe, wieso XYZ mein Monatshighlight ist“ überschreibst. Das weckt mein Interesse, denn – nicht vergessen – ich bin neugierig.

5. Füge Bilder in deine Beiträge ein!

Frei nach dem Motto Das Auge isst mit, möchte ich euch wirklich ans Herz legen, Bilder in eure Blogbeiträge einzubinden. Rezensionen ohne visuelle Zugabe stören mich richtig. Damit meine ich jetzt keine professionellen Studioaufnahmen oder Bilder, die aufwändig dekoriert sind. Wenn es deine Leidenschaft ist, ansprechende Fotos deiner Lektüren oder sonstige Blogfotos selbst zu machen, sehr gerne. Darüber freue ich mich immer sehr. Wenn du dazu aber keinen Nerv hast oder einfach kein Händchen hast, reicht selbst ein Pressefoto des Covers in meinen Augen vollkommen aus.

Ich möchte mir bei einer Rezension, die ich lese, das Cover des Buches einprägen können, um es in der Buchhandlung erkennen und vielleicht sogar kaufen zu können. Ich möchte nicht selbst danach im Internet suchen müssen, deswegen: Macht es euren Lesern so einfach wie möglich. Sie sollen sich bei euch wohlfühlen.

6. LAST BUT NOT LEAST: Ansprechendes Design!

Ich weiß, ich weiß – Die Designfrage ist eine sehr subjektive und generell lässt sich über Geschmack nicht streiten. Aber ich denke, wir sind uns alle einig, wenn ich sage, dass Blogbeiträge readable sein müssen. Die Schrift soll nicht winzig klein oder übertrieben groß sein, auch auf die Formatierung sollte geachtet werden. Nicht nur Ästhetik-Fans erleichterst du damit das Lesen deiner Blogbeiträge.

Neben den einzelnen Blogbeiträgen, soll natürlich auch der Blog an sich ansprechend gestaltet sein. Man sollte mit wenig Mühe das Menü finden und zwischen den unterschiedlichen Beiträgen wechseln können. Außerdem finde ich es wichtig, dass die Kontaktmöglichkeiten mit möglichst wenig Aufwand gefunden werden können. Niemand klickt sich durch deinen Blog, um ein Kontaktformular zu finden, wo er sich für deinen Newsletter eintragen kann. Generell gilt: Wenn ich das Gefühl habe, mich in dem Blog verirrt habe und glaube, den Überblick verloren zu haben, suche ich das Weite.

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Jetzt seid ihr an der Reihe! Erzählt mir, was euch an fremden Blogposts (oder Blogs generell) am meisten stört, unter welchem Umständen ihr auf keinen Fall Leser eines Blogs werdet. Übt gerne konstruktive Kritik und sagt dazu, was ihr euch stattdessen wünschen würdet. Wie gewinnt ein Blog euch als Follower?