Hallo ihr Lieben, ich habe wirklich lange nichts mehr von mir hören lassen. Wie ihr euch denken könnt, war das überhaupt nicht so geplant, aber wie das nun eben einmal so ist, hält das Leben manchmal überraschende Wendungen für einen bereit, mit denen man nicht einmal im Entferntesten gerechnet hätte. Nicht einmal ein bisschen, nicht einmal fast. Mein letztes halbes Jahr war ziemlich turbulent, es ist privat viel passiert, sodass es hier zwangsweise sehr still wurde. Zeitweise hatte ich kurze Phasen, in denen ich Lust zum Bloggen verpürte, aber worüber sollte ich schreiben? Ich habe im letzten halben Jahr eigentlich nicht gelesen. Ja, das ist wirklich so. Und streng genommen ist das unfassbar traurig.

Aber sprechen wir nicht über die Vergangenheit, lassen wir 2019 ruhen und blicken voller Enthusiasmus auf das neue Jahrzehnt, das vor uns liegt. Ich bin ziemlich aufgeregt, immerhin sind es die 20er Jahre, die wir mit dem Jahreswechsel eingeläutet haben. Verrückt, oder? Ich liebe Filme und Bücher über die Roaring Twenties und dass ich nun selbst gewissermaßen in ihnen lebe, finde ich einen echt schönen Gedanken. Dass es ein anderes Jahrhundert ist, lassen wir jetzt einfach mal unberücksichtigt, einverstanden?

Wie man das so macht, habe ich die freien Tage zwischen Weihnachten und Silvester – und streng genommen auch den kompletten Januar – genutzt und mir viele Gedanken gemacht. Es ist die Zeit der Besinnlichkeit, der Ruhe und der Reflexion. Man lässt Vergangenes Revue passieren und schmiedet voller Tatendrang neue Pläne für das bevorstehende Jahr. Auch über meine Lesegewohnheiten habe ich nachgedacht und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich künftig die eine oder andere Sache ändern möchte. Worum es sich dabei genau handelt, möchte ich euch jetzt verraten.

Schauen wir uns nun einmal meine buchigen Vorsätze für 2020 an. Los geht’s!

1. Keine Leseziele mehr!

Ich habe alljährlich wie selbstverständlich an der reading challenge von Goodreads teilgenommen. Auch, wenn das genau genommen keine richtige challenge, sondern vielmehr ein tracker für gelesene Bücher ist, habe ich mich in dem ein oder anderen Monat dennoch dabei erwischt, wie ich nachgesehen habe, wie viele Bücher ich bereits gelesen und wie viele es noch werden müssen, um das Jahresziel zu erreichen. Und wenn ich so darüber nachdenke, ist das ziemlich verrückt. Wieso bewertet man einen Leseerfolg an der Quantität und nicht an der Qualität des Gelesenen? Wieso sollte es mehr Freude bereiten, 10 mittelmäßige Bücher zu lesen als, sagen wir, 5 Bücher, die einem wirklich wunderbare Lesestunden bereitet haben? Außerdem setzen einen Leseziele nur unnötig unter Druck – und zwar gerade, wenn sie unverhältnismäßig hoch gesetzt sind.

Deswegen: Keine fest definierte Anzahl an zu lesenden Büchern mehr in 2020! Ich werde weiterhin Goodreads nutzen, aber wirklich nur noch als tracker, welche Bücher ich das Jahr über und auch in den vergangenen Jahren gelesen habe. Rückblickend finde ich diese Art des Erinnerns nämlich sehr schön und möchte auch in Zukunft nicht darauf verzichten. Aber: Keine Leseziele mehr.

2. Keine Scheu mehr vor dem Abbrechen von Büchern!

In den vergangenen Jahren habe ich mich immer unfassbar schwer damit getan, Bücher, die mir nicht zugesagt haben, abzubrechen. Ich habe immer versucht, mich durch die Seiten zu quälen, weil ich immer gehofft habe, dass die Geschichte noch besser werden wird und ich jedem Buch, das ich lese, eine Chance geben wollte. Aber im Nachhinein frage ich mich: Wieso? Gebe ich einem Buch nicht schon Gelegenheit genug, mich für sich zu begeistern, wenn ich mich für die Lektüre entscheide und – sagen wir – die ersten 50 bis 100 Seiten lese? Wenn ich dann nicht geflasht bin, wann dann?

Oft merke ich, dass es nicht an dem Buch liegt, wieso ich nicht damit warm werde, sondern dass ich gerade keine große Lust auf die Art der Story habe. Es liegt an mir, nicht an dem Buch – man kennt es. In diesem Fall wandert das Buch zurück auf meinen Stapel ungelesener Bücher und wird zu einem späteren, für mich passenderen Zeitpunkt, wieder hervorgeholt und erhält dann erneut eine Chance.

Ansonsten habe ich mir vorgenommen, dass ich Bücher, die ich beginne zu lesen und mir nicht gefallen, gnadenlos abbrechen werden. Frei nach dem Motto: „Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher.“, möchte ich meine Freizeit mit ansprechender, mitreißender, mich fesselnder Lektüre verbringen. Ich möchte Geschichten entdecken, die mir eine schöne Lesezeit bescheren und an die ich mich auch zu einem späteren Zeitpunkt noch voller Freude zurückerinnern werde.

3. Mehr digital lesen!

Digital lesen: Dies ist ein Vorsatz, den ich schon vor langer Zeit gefasst, bisher aber immer noch nicht umgesetzt habe. Das ist ziemlich schade, weil ich digitales Lesen eigentlich sehr mag. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ein E-Reader ist super handlich und passt wirklich in jede Tasche, man kann auch noch abends im Bett ein paar Seiten lesen, ohne das Licht dafür anschalten zu müssen und vor allem – und das ist vermutlich der größte Vorteil – sind Bücher unabhängig von Ladenöffnungszeiten stets verfügbar. Wenn ich an einem Sonntagnachmittag Lust auf ein Buch bekomme, kann ich es mir problemlos und innerhalb weniger Minuten bequem auf meinen Reader laden und kann direkt in der Geschichte versinken.

Ich besitze einen Kindle Oasis und dieser hat den Vorteil, dass er auf der Rückseite einen Buchrücken imitiert, sprich: wenn ich den Reader in der Hand halte, fühlt es sich ein – zugegeben – winziges kleines bisschen so an, als würde ich ein Buch in der Hand halten. Auch, wenn es kein richtiges Buch ist, mag ich die Haptik wirklich sehr gerne. Außerdem gibt es bei einem E-Reader keine Leserillen. Ein Vorteil, den man nicht unterschätzen sollte.

Long story short: Mehr digital lesen. Ich bin gespannt, ob ich das schaffen werde.

4. Mehr Recherche rund um das Buch!

Man kennt es noch aus der Schule, wenn man im Deutschunterricht ein Buch gelesen hat: Kaum etwas ging ohne Interpretationshilfe oder Lektüreschlüssel. Jede Person wollte analysiert, jede Metapher verstanden, jedes Symbol gedeutet werden. Ganz so extrem möchte ich es nicht halten, aber künftig möchte ich ein wenig mehr Recherche rund um die Bücher betreiben, die ich lese. Ich möchte versuchen, ein wenig mehr über den Autor, die Entstehungsgeschichte, die Literaturgattung, die Thematik im Buch oder dergleichen in Erfahrung zu bringen – und in Zukunft in meine Rezensionen mit einfließen zu lassen. Solche Hintergrundinformationen mag ich immer sehr und helfen mir oft, das Buch noch besser zu verstehen und einordnen zu können. Dadurch fühle ich mich direkt viel involvierter in die Geschichte. Versteht ihr, was ich meine?

5. Mehr buddyreads!

Hierzu gibt es eigentlich gar nicht so viel zu sagen. Ich habe es in der Vergangenheit immer mal wieder versucht, aber so recht funktioniert hat es nie. Das finde ich sehr schade. Aber anstatt aufzugeben, möchte ich es 2020 einfach noch ein- und hoffentlich viele weitere Male versuchen: Bücher mit anderen Lesebegeisterten zu lesen.

Buddyreads sind unglaublich toll, weil man das Buch durch den Austausch mit anderen einfach viel intensiver wahrnimmt und die Geschichte einem so viel mehr geben kann. Das ist ein bisschen so wie bei der Recherche rund um das Buch, aber eben im Austausch mit Anderen. Ich kann mich noch ziemlich gut an Maschinen wie ich von Ian McEwan erinnern, dass ich gemeinsam mit Janika gelesen habe und eigentlich ist das unüblich für mich. Normalerweise vergesse ich innerhalb kürzester Zeit viele kleine Details eines Buches und kann mich oft nur an die Rahmenhandlung erinnern. Ich weiß, das ist ziemlich traurig, aber genau deswegen habe ich mir vorgenommen, mehr Bücher gemeinsam zu lesen.

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Das waren sie, meine Vorsätze, die ich mir für das neue Buchjahr vorgenommen habe. Vielleicht erkennt ihr euch in dem ein oder anderen Vorsatz wieder, vielleicht habt ihr euch auch ganz eigene spannende Vorsätze gesetzt. Egal, was davon zutrifft, ich freue mich, wenn ihr mir eure buchigen Vorsätze in den Kommentaren verratet.

Zum Abschluss habe ich noch eine schöne Nachricht für euch. Mit diesem Beitrag hoffe ich, dass ich meine Blog-Flaute offiziell überstanden habe und ab sofort wieder regelmäßig bloggen werde. Ich bin seit einigen Wochen schon wieder fleißig am Lesen und erfreue mich sehr daran. Neben der Handvoll wartender Rezensionen habe ich außerdem schon wieder viel zu viele Ideen, die ich alle am Liebsten sofort umsetzen würde. Ihr kennt das mit Sicherheit.

Freut euch also auf ganz viel neuen Content auf meinem Blog und lasst uns gemeinsam in ein wunderbares buchiges Jahr 2020 starten. Verzeiht mir die Verspätung. Auf geht’s!