Ich wollte schon immer mal bei einem Tag mitmachen. Denn ich finde, dass das eine schöne Möglichkeit ist, ein bisschen mehr von sich zu erzählen, ohne dabei auf Standardfragen zurückzugreifen. Nachdem ich bei Ida und Daniela einen Tag zu den eigenen Lesegewohnheiten entdeckt habe, wusste ich, dass dies der erste Tag sein wird, den ich auf meinem Blog beantworten werde. Es geht los, 10 Fragen zu meinen Lesegewohnheiten.

Hast du einen bestimmten Platz Zuhause zum Lesen?

Das ist immer ganz unterschiedlich und hängt von meiner Laune (und von der Tageszeit) ab. Morgens sitze ich unwahrscheinlich gerne in meinem Lese-Sessel, trinke meinen Schokocappucchino, beobachte die Vögelchen und Eichhörnchen auf der Terrasse, checke meine Social Media Kanäle und es kommt nicht selten vor, dass ich nach meiner Morgenroutine einfach dort sitzenbleibe und lese. Oft stundenlang.

Wenn es abends schon Zeit ist, um eigentlich schlafen gehen, lese ich oft im Bett. Und damit meine ich nicht das klassische bereits in der Schlafposition ins Bett legen und noch ein paar Seiten zu lesen. Ich lese im Bett generell immer auf dem Bauch liegend – im Sommer auf, im Winter unter der Decke. Ich weiß auch nicht, wieso das so ist, aber das ist für mich einfach am Bequemsten so.

Texte und Bücher für die Uni lese und bearbeite ich in 90% der Fälle entweder am Schreibtisch oder am Tisch im Esszimmer. Selten verkrieche ich mich damit auf meinen Sessel, einfach weil ich eine feste Unterlage zum markieren und Notizen machen benötige.

Lesezeichen oder ein willkürliches Stück Papier?

Vermutlich werdet ihr nun ganz entsetzt aufschreien, aber ich muss ehrlich gestehen, dass mir das wirklich absolut gleichgültig ist. Ich besitze viele schöne Lesezeichen und benutze sie auch gerne, aber im Endeffekt bin ich da sehr pragmatisch und sage, dass der Gegenstand seinen Zweck erfüllen muss. Dabei ist es egal, ob es ein hübsches Lesezeichen ist oder ein Kassenbon.

Oft beginne ich spontan Bücher, egal ob unterwegs oder zu Hause und habe gerade kein Lesezeichen zur Hand. Oder ich packe mir ein Buch in die Tasche und merke erst unterwegs, dass ich vergessen habe, mir ein Lesezeichen einzupacken. Ich bin ein wahnsinnig organisierter Mensch, aber so weit denke ich oft nicht. Vielleicht, weil es mir einerlei ist.

Die Gegenstände, die ich am häufigsten zu einem Lesezeichen umfunktioniere, sind Kassenbons, Taschentücher (natürlich unbenutzt!) oder diese Papierstreifen, die den Büchern beiliegen, die man in unserer Uni-Bib ausleiht. Darauf wird die Matrikelnummer vermerkt, damit die bestellten Bücher im Regal schnell gefunden werden können.

Auf keinen, aber wirklich auf keinen Fall mache ich ein Eselsohr oder lege das Buch aufgeklappt falsch herum auf den Tisch. Niemals, wirklich. Wenn ich wirklich absolut keinen Gegenstand zur Hand habe, um eine Markierung zu setzen, die man rückstandslos wieder entfernen kann, mache ich mir entweder eine Notiz in meinem Handy oder merke mir die Seitenzahl. Niemals knicken!

Kannst du irgendwo in einem Buch aufhören zu lesen?

Auch das wird den ein oder anderen vermutlich erstaunen, aber: Ja, das kann ich. Wenn ich weiß, dass es eine größere Pause geben wird, bis ich weiterlesen werde, dann versuche ich immer, das Kapitel oder zumindest den Abschnitt sinnvoll zu Ende zu führen. Aber wenn ich am gleichen Tag oder spätestens nächsten Tag weiterlese, ist das für mich wirklich kein Problem.

Natürlich ist es immer schöner, wenn man ein Kapitel beendet, bevor man das Buch zuschlägt, zweifelos. Aber teilweise sind Kapitel ausgesprochen lang, sodass man schon zu Beginn weiß, dass man das Kapitel sowieso nicht beenden kann, einfach weil das verfügbare Zeitfenster nur klein ist. Aber deswegen auf den Lesegenuss verzichten? Das möchte ich nicht.

Isst oder trinkst du während des Lesens?

Ich weiß ehrlichgesagt überhaupt nicht, wie ich neben dem Lesen auch noch essen sollte. Ich meine, wenn ich lese, halte ich das Buch in den Händen, selten lege ich es ab (wie gesagt, ich lese meist im Sessel oder im Bett), sodass das Besteck oder das Fingerfood Platz hätte. Also nein, während ich ein Buch lese, esse ich nichts.

Bei einer Zeitung oder einer Zeitschrift sieht es schon anders aus, diese kann ich neben meinen Teller auf den Tisch legen und sie bliebe aufgeklappt. Aber auch das finde ich irgendwie befremdlich, also eher nein, während ich lese, esse ich nicht.

Anders sieht es beim Konsumieren von Getränken aus. Warum auch nicht? Gläser, Tassen, Becher oder sonstige Getränkebehälter kann man problemlos mit einer Hand zum Mund führen, während man in der anderen Hand das Buch hält. Außerdem lese ich oft über einen langen Zeitraum, da wäre es fatal, wenn man nichts trinken würde. Also ein „Ja“ zum Trinken während des Lesens.

Multitasking: Musik oder fernsehen während du liest?

Ich höre wirklich selten Musik, wenn ich lese. Einfach weil ich mich auf das Buch konzentrieren und nicht von irgendwelchen Songtexten abgelenkt werden möchte. Ab und an mache ich eine Playlist mit instrumentaler oder klassischer Musik an, aber auch hier laufe ich zu schnell Gefahr, dass ich mich in der Melodie, in den Klängen verliere. Generell schweife ich zu sehr und vor allem zu schnell ab, wenn ich neben dem Lesen noch einer anderen Tätigkeit nachgehe.

Deswegen kann ich auch nicht verstehen, wieso man während des Lesens den Fernseher anschalten sollte. Davon abgesehen, dass ich sowieso nie Fernsehen schaue, würde ich mir auch keinen Stream oder einen Film anschauen, während ich lese. So etwas ist mir völlig unverständlich. Entweder lese ich oder ich richte meine Aufmerksamkeit auf einen Film, eine Serie, einen Stream oder Sonstiges.

Ein Buch oder mehrere Bücher gleichzeitig?

Bis vor gut einem Jahr hätte ich hier bedenkenlos mit „Immer nur ein Buch“ geantwortet. Mittlerweile sieht das aber ein wenig anders aus. Seitdem ich Bloggerin bin, lese ich parallel. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass ich eine möglichst große Vielfalt an Literatur auf meinem Blog besprechen kann und nicht immer nur über ein und dasselbe Buch spreche bzw. schreibe.

Ehrlichgesagt habe ich früher nie parallel gelesen, weil ich dachte, dass ich da zwischen den unterschiedlichen Büchern durcheinander kommen würde. Aber dem ist gar nicht so. Mittlerweile gefällt es mir wirklich ausgesprochen gut, je nach Lust und Laune zwischen unterschiedlichen Büchern hin und her zu wechseln. Es bringt ein wenig mehr Flexibilität in den Leseprozess, denn früher habe ich wirklich immer ein Buch gelesen und erst mit dem nächsten begonnen, sobald die andere Lektüre beendet war. Jetzt dauert es zwar länger, bis man Bücher abgeschlossen hat, aber der Prozess als solches ist abwechslungsreicher. Das gefällt mir.

Laut lesen oder still und leise im Kopf?

Natürlich still und leise im Kopf. Wer liest denn bitte seine Bücher laut? Wenn man Kindern etwas vorliest, in Ordnung. Auch das Vorlesen einzelner Passagen, wenn man jemand anderem etwas verdeutlichen möchte, lasse ich noch gelten. Aber sonst? Selbst Fachbücher lese ich im Stillen, einfach weil ich mich dadurch besser konzentrieren und das für mich Wesentliche schneller herausfiltern kann.

Überspringst du Passagen aus dem Buch oder sogar Seiten?

Auch hier gebe ich zu: Ja, das mache ich. Es kommt natürlich immer auf das Buch und die Umstände an, aber generell tue ich das. Allein in Sach- und Fachbüchern lese ich nur Passagen, die für mich relevant bzw. interessant sind. Aber das hängt damit zusammen, dass ich diese nicht lese, um sie vollständig, von der ersten bis zur letzten Seite, gelesen zu haben, sondern ich erhoffe mir, bestimmte Informationen zu finden und sobald ich fündig wurde, hat das Buch seinen Sinn und Zweck für mich erfüllt. Entweder geht es weiter zur nächsten Passage oder es wird zur Seite gelegt. Typische Methode bei wissenschaftlichen Fachbüchern.

Aber auch bei Büchern, die ich privat lese, kommt es schon einmal vor, dass ich eine Passage – selten mehrere Seiten – überspringe. Wieso? Wenn sich die Story derart in die Länge zieht, sodass ich das Buch am liebsten aus der Hand legen würde, aber doch irgendwie wissen möchte, wie es weitergeht bzw. endet. Ihr kennt das – Die Ermittlungen ziehen sich unglaublich in die Länge, es passiert nichts Spannendes und doch wollt ihr, nachdem ihr euch schon hunderte von Seiten durch das Buch gequält habt, wissen, wer für den Mord verantwortlich ist.

Natürlich laufe ich damit Gefahr, relevante Informationen zu verpassen, aber in der Regel würden mir diese Informationen nicht weiterhelfen, weil ich, wenn ich bereit bin, Passagen zu überspringen, überhaupt nicht mehr in der Story drin bin, als dass mir diese Informationen „weiterhelfen“ würden. Versteht ihr, was ich meine?

Den Buchrücken brechen oder ihn so belassen, dass er im besten Fall wie neu aussieht?

Ähm, keine Leserillen. Bitte, keine Leserillen. Das ist ein absolutes No-Go. Ich lese meine Bücher derart vorsichtig und versuche es bei wirklich jedem Buch zu vermeiden, dass das Buch irgendwelche Gebrauchsspuren erhält.

Gerade bei englischsprachigen Büchern ist das manchmal wirklich eine Herausforderung. Teilweise besitzen die Seiten in diesen Büchern kaum Weißfläche, oft kommt es mir vor, als ob die Seiten bis in den Buchschnitt bedruckt sind. Das macht es für mich natürlich enorm schwierig, keine Leserillen zu verursachen. Aber ich muss sagen, dass ich es mittlerweile ganz gut raus habe, den Buchrücken intakt zu lassen. Passiert es doch einmal, bin ich umso trauriger und tadele mich oft selbst.

Was ich absolut nicht verstehen kann, sind Menschen, die den Buchdeckel vollständig nach hinten klappen, sodass das Cover auf dem hinteren Einband liegt. Und mit dem Lesen jeder weiteren Seite, wird diese selbstverständlich auch komplett nach hinten geklappt. Versteht ihr, wie ich das meine? Wenn ich so etwas sehe, würde ich am liebsten laut aufschreien, das verursacht bei mir wirklich, wirklich körperliche Schmerzen. Wie können Menschen nur so herzlos sein und so unachtsam mit Büchern umgehen? Für mich völlig unverständlich. Das tut dem Buch doch weh!

Schreibst du in deine Bücher?

Ich mache es kurz: In die Fachbücher, die ich mir für meine wissenschaftlichen Arbeiten gekauft habe, schreibe ich hinein und dort markiere ich auch. Anfangs fiel es mir noch schwer, aber mit der Zeit habe ich eingesehen, dass es mir das Arbeiten mit diesen Büchern wirklich enorm erleichtert. Dennoch versuche ich es auch heute noch zu vermeiden, aber dort ist es nicht ganz so schlimm.

Anders hingegen ist es bei Büchern, die ich privat lese. Dort kommt höchstens mal ein Post-It an eine Seite, wenn ich eine besondere Textstelle „markieren“ möchte. Kugelschreiber, Bleistift oder Textmarker? Nein. Auf keinen Fall.

Das war’s auch schon wieder. Ich hoffe, ihr hattet beim Lesen mindestens genauso viel Spaß wie ich beim Beantworten der Fragen. Lasst mir gerne Feedback da, wie euch dieses Format gefallen hat. Soll ich in Zukunft öfter an Tags teilnehmen? Außerdem: Welche Antworten haben euch verwundert, womit geht ihr absolut d’accord? Was sind eure Lesegewohnheiten? Macht gerne mit! Ich freue mich!