Auch diesen Monat hätten wir geschafft. Normalerweise zähle ich nicht die Zeit und freue mich schon gar nicht darüber, dass Wochen und Monate wie im Flug vergehen, aber im (Hoch-)Sommer mache ich eine Ausnahme. Hier kann es mir gar nicht schnell genug gehen. Ich gehöre eindeutig dem Team Herbst und Winter an und kann es gar nicht erwarten, bis die Temperaturen kühler werden und die Blätter an den Bäumen beginnen sich zu verfärben.

Bis es soweit ist, stehen uns sicherlich noch ein paar heiße Tage ins Haus. Obwohl es in den letzten Wochen so unglaublich heiß war, war ich – zumindest was das Lesen betrifft – ziemlich produktiv. Ich habe insgesamt 7 Bücher gelesen. Für mich ist das unfassbar viel, mein Durchschnitt sind drei bis maximal vier Bücher im Monat. 

Ein Buch habe ich nach 112 Seiten abgebrochen, doch wenn man diese mit einberechnet, habe ich im Juli insgesamt 2130 Seiten gelesen. Das sind durchschnittlich ungefähr 70 Seiten pro Tag. Bitte, was? Mein persönliches Ziel ist es, in jedem Monat vierstellig zu werden, also ungefähr 1000 Seiten zu lesen. Jetzt sind es mehr als doppelt so viele Seiten geworden, das freut mich natürlich sehr. Ebenso, dass wirklich einige sehr empfehlenswerte Bücher unter meinen Julibüchern sind. Schauen wir sie uns einmal genauer an.

Annie Darling – Der kleine Laden in Bloomsbury

Leider startete mein Lesemonat mit einem kleinen Fehlgriff. Zumindest ein bisschen. Als ich auf dieses Buch aufmerksam wurde, war ich instant verliebt. Das Cover ist einfach wunderschön und auch der Klappentext klingt vielversprechend. Posy Morland, die Protagonistin des Romans, hat einen Buchladen geerbt und plant nun, dort künftig ausschließlich Liebesromane mit Happy End zu verkaufen. Traurige Geschichten gäbe es im Leben ja schon zur Genüge, so Posy. Ich erhoffte mir eine locker leichte, aber vor allem herzliche Geschichte, rund um Bücher, Buchhandlungen und die Liebe.

Was soll ich sagen? Die Idee dahinter ist spitze, der Schreibstil flüssig und es fühlte sich von der ersten Seite an so an, als stünde man ebenfalls in der Buchhandlung und verfolgt das Geschehen vor Ort. Das hat mir wirklich gut gefallen. Doch die Charaktere und vor allem die Entwicklung innerhalb des Romans sind für mich – um es vorsichtig auszudrücken – schwierig. Mir ist schleierhaft, wie man aus einer solch schwierigen Ausgangssituation – Posy, die sich von Sebastian derart herabsetzen lässt und Sebastian, der Posy wirklich respektlos behandelt – so viele positive Gefühle erwachsen lassen? Sorry, das ist mir wirklich unbegreiflich.

Wenn ihr wissen möchtet, was mich ansonsten noch an diesem Roman gestört hat und wieso ich die Reihe um Bookends nicht weiter verfolgen werde, dann findet ihr hier meine ausführliche Rezension.

Erin Benzakein – Mein wunderbarer Blumengarten 

Dieser Bildband ist ein wahrer Schatz. Er ist viel größer und ausführlicher, als ich angenommen habe. Die Autorin selbst sagt, dass sie sich solch einen Gartenratgeber gewünscht hätte, als sie mit dem Gärtnern begonnen hat. Da es ihn nicht gab, schrieb sie ihn. Auf jeder Seite merkt man, wie viel Liebe sie in dieses bezaubernde Buch gesteckt hat.

Das Buch startet mit einigen Basics, die man beim Anbau von Schnittblumen beachten soll, damit ein erfolgreiches Blumenjahr vor einem liegt. Hier gibt Benzakein einige nützliche Tipps und macht auf Dinge aufmerksam, die mir als Hobbygärtner wirklich nie in den Sinn gekommen wären. Sie ist Betreiberin der familiengeführten Floret Flowers Farm in Washington und so bekommt man hier wirklich Ratschläge vom Profi. Das gefällt mir sehr gut! Das restliche Buch ist in die verschiedenen Jahreszeiten gegliedert – damit man die Arbeit von Floret Flowers das ganze Jahr über begleiten kann, so Benzakein. Und genau so fühlt es sich auch an.

Mich hat Mein wunderbarer Blumengarten auf ganzer Linie überzeugt. Ich bin der Meinung, dass dieses Buch bei jedem Garten- und Blumenliebhaber im Regal stehen sollte. Denn es ist wirklich eine Bereicherung! Meine vollständige Rezension zu diesem wunderschönen Bildband findet ihr hier.

Jessica Bennett – Feminist Fight Club 

Dieses Buch habe ich zum Geburtstag bekommen und ich war mir wirklich nicht sicher, ob ich es mir wünschen soll. Ich habe lange überlegt, viele Rezensionen darüber gelesen und mich schlussendlich dazu entschieden, dem Buch eine Chance zu geben. Um es kurz zu machen: Es war eine gute Entscheidung.

Der Grund, weswegen ich so gezögert habe, ist schlicht und einfach dem geschuldet, dass ich aufgrund meines Studiums viele Berührungspunkte mit Diskursen um Feminismus hatte und dies oft unsachlich und plakativ wurde. Das hat mir ein wenig die Lust genommen, weiter auf diesem Gebiet zu lesen. Aber ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben.

Es zeigt viele Situationen auf, in diesen Frauen am Arbeitsplatz benachteiligt werden. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich viele Sachverhalte nicht ganz nachvollziehen kann, aber ich schätze das hängt damit zusammen, dass ich bisher (nur) Teilzeit neben meinem Studium arbeite. Aber selbst da habe ich bereits Situationen erlebt, wo geschilderte Szenarien passiert sind. Wobei ich auch das ein wenig ambivalent sehe: Wird so gehandelt, weil ich eine Frau bin oder passiert es aufgrund meiner Position im Unternehmen? Ich habe da gemischte Gefühle.

Alles in allem ist es aber ein Buch, das ich guten Gewissens weiterempfehlen kann – eine spannende Lektüre sowohl für Frauen als auch für Männer. Man wird auf Sachverhalte aufmerksam, die man bisher nicht hinterfragt hat und optimiert bestenfalls sein Verhalten in solchen Situationen.

Haruki Murakami – Von Männern, die keine Frauen haben

Auch dieses Buch habe ich zum Geburtstag bekommen. Es ist mein erster Murakami. Mein Freund hat mir diesen Kurzgeschichtenband geschenkt, weil ich immer mal davon gesprochen habe, dass ich gerne mal etwas von Murakami lesen möchte, aber nicht weiß, womit ich beginnen soll. Nachdem ich das Buch gelesen habe, bin ich der Meinung, dass Kurzgeschichten eine hervorragende Möglichkeit sind, einen Autor kennen- und einschätzen zu lernen, ob man weitere Bücher aus seinem Repertoire lesen möchte.

Falls ihr also auch beabsichtigt, mal in Murakamis Œuvre hineinzuschnuppern, kann ich euch diesen Kurzgeschichtenband ans Herz legen. Man lernt seinen Schreibstil kennen und die Tatsache, dass der klassische Aufbau einer Kurzgeschichte in jeder einzelnen Erzählung zu erkennen ist, zeigt mir, dass Murakami sein Handwerk versteht.

Brittany Cavallaro – A Study In Charlotte

Gerade merke ich, dass ich schon ziemlich viele der Bücher, die ich zum Geburtstag bekommen habe, innerhalb kurzer Zeit gelesen habe. Dieses hier zählt auch dazu. Es ist der Auftackt einer Trilogie, in der Nachkommen von Sherlock Holmes und John Watson – Jamie und Charlotte mit Namen – gemeinsam versuchen, Verbrechen aufklären. Ich finde die Idee ziemlich niedlich und wollte unbedingt reinlesen.

Es hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen, ich finde sowohl Jamie als auch Charlotte sympathisch und auch die Handlung hat mich angesprochen. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich es nicht als Jugendbuch eingestuft hätte, weil es an manchen Stellen doch ein wenig heavy ist. Aber gerade das mochte ich an diesem Roman. Ich rechnete mit einer Story, die eher an der Oberfläche kratzt. Doch ich wurde mit einem Handlung überrascht, die raffiniert ist und Tiefgang besitzt.

Julie Buxbaum – Tell Me Three Things

Ich bin absolut begeistert von diesem Buch! Ich weiß nicht, wann ich zuletzt ein Buch in einem Rutsch durchgelesen habe. Normalerweise kommt es bei mir auch nicht so häufig vor, einfach weil mir die Ausdauer dafür fehlt. Montagabend habe ich das erste Kapitel gelesen, einfach mal um zu schauen, wie der Stil des Buches ist, worum es geht, ob ich es als Nächstes lesen möchte. Das erste Kapitel war beendet, es war weit nach meiner üblichen Schlafenszeit, ich konnte meine Augen nur noch schwerlich geöffnet halten – aber ich wollte weiterlesen. Vernünftigerweise habe ich die Lektüre aber auf den nächsten Tag verschoben, ausgeruht liest es sich einfach besser.

Am nächsten Morgen bin ich regelrecht in  diesem Buch versunken und am Nachmittag klappte ich das Buch mit der letzten Seite zu, 400 Seiten in einem Rutsch gelesen – oder soll ich besser sagen: weggeatmet? Ich möchte noch nicht zu viel zu diesem Buch verraten, denn ich werde noch einen ausführlichen Beitrag mit meinen Leseeindrücken verfassen, aber vielleicht schon einmal so viel an dieser Stelle: Lest dieses Buch! Es ist wirklich unglaublich schön. Wenn euch Briefromane und College-Setting ansprechen und ihr gerne coming of age-Romane mit kleiner Liebesgeschichte lest, dann ist dieses Buch für euch.

James Matthew Barrie – Peter Pan 

Auch, wenn es ein Klassiker ist, habe ich dieses Buch bisher noch nicht gelesen und damit kenne ich auch noch nicht die Geschichte um Peter Pan. Auch die Filme habe ich nicht gesehen. Umso mehr freut es mich, meinen erfolgreichen Lesemonat mit einem Kinderbuchklassiker zu beenden. Allein das kurze Autorenporträt im Buch hat mich gerührt. Ich bin gespannt, welche schöne Geschichte zwischen diesen beiden Buchdeckeln darauf wartet, von mir entdeckt zu werden.