Es ist wirklich erstaunlich, wie viel ich diesen Monat schon wieder gelesen habe. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich es – gerade in diesem kurzen Monat – auf insgesamt 9 Bücher schaffe. 9 Bücher! Neun! Gerade weil ich am ersten Roman im Monat – Die Schwestern von Mitford Manor – eine gefühlte Ewigkeit gelesen habe. Danach lief es aber wirklich gut und ich habe auch im Februar wieder einige Lese-Highlights entdeckt.

Der Februar in Zahlen

Schauen wir uns den Februar nun einmal genauer an – zunächst einmal die Statistiken. Insgesamt habe ich 2033 Seiten gelesen, verteilt auf 9 Bücher aus den unterschiedlichsten Genre. Auch, wenn es nur eine Zahl ist, freue ich mich sehr, dass ich auch im zweiten Monat des Jahres die 2k geknackt habe. Immerhin sind dies knapp 73 Seiten täglich, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet.

Bei näherem Betrachten meiner Lesestatistik ist mir außerdem aufgefallen, dass ich im Februar ausschließlich Bücher von Autorinnen gelesen habe. Wow! Das war mir während des Lesens gar nicht bewusst, auch, weil ich auf sowas – muss ich gestehen – überhaupt nicht achte. Ob Autor oder Autorin, ich lese, was mich anspricht, ganz gleich aus wessen Feder es stammt. Ich wähle meine Lektüren nach dem Inhalt aus und nicht nach demjenigen, der sie verfasst. Dennoch freue ich mich über diese Beobachtung, gerade weil ich nicht unbedingt die Genre gelesen habe, in denen Autorinnen verstärkt ihre Bücher ansiedeln.

Was gibt es noch zu sagen? Neben meinen Lese-Highlights freue ich mich ganz besonders darüber, dass ich gegen Ende des Monats, ziemlich spontan, noch einen Klassiker gelesen habe. An den letzten 3 Abenden im Februar habe ich Agnes Grey von Anne Bronte gelesen und ich bin wirklich begeistert von diesem Roman. Er ist so flüssig, lebendig und mitreißend geschrieben, ich habe jeden Abend 100 Seiten gelesen, einfach weil ich nicht anders konnte.

Der Februar in Büchern

Diesmal möchte ich euch die Bücher, die ich im Februar gelesen habe, nicht chronologisch vorstellen, sondern habe sie ein wenig nach ihren Bewertungen, die sie von mir erhalten haben, gruppiert. Beginnen wir mit denjenigen Büchern, die mir am wenigsten zugesagt haben. Entweder hat mich die Lektüre ausgesprochen wütend gemacht oder ich habe bereits jetzt, nach nicht einmal 4 Wochen, vergessen, worum es in dem Roman ging. Beides kommt vor, ihr werdet sehen.

Aber natürlich habe ich in diesem Monat auch richtig, richtig tolle Bücher für mich entdeckt – meine Lese-Highlights aus diesem Monat gibt es dann am Ende des Beitrags. Viel Spaß!

Jessica Fellows – Die Schwestern von Mitford Manor #1

Mit diesem Buch bin ich in den Februar gestartet und es hat mich verhältnismäßig wirklich lange begleitet. Zu Beginn hat mir die Story wirklich richtig gut gefallen und ich habe den Roman wirklich gerne gelesen. Leider habe ich dieses Gefühl im Verlauf der Lektüre ein wenig verloren und leider auch nicht richtig wiedergefunden. Spätestens ab Louisas Ankunft auf Mitford Manor und die damit einhergehende Einführung von gefühlt hunderten Charakteren, machte die Lektüre für mich ein wenig schwierig. Ich habe dann ziemlich schnell den Faden verloren und freute mich immer über Szenen, die passiertes zusammenfassten und einen Überblick gaben.

Das ist irgendwie ein wenig schade, gerade weil ich mich so unglaublich auf diesen Roman und vor allem auf diese Reihe gefreut habe. Sie klingt so außerordentlich vielversprechend, gerade weil sie zwei mir sehr liebe Dinge miteinander verbindet: Die Goldenen Zwanziger und den Krimi. Schon allein deswegen möchte ich diesen Roman mögen und bin ein wenig traurig, dass ich am Ende nur ein mittelmäßiges Leseerlebnis damit verbinde. Es ist kein schlechter Roman, auf keinen Fall, aber leider eben auch kein Lese-Highlight, was ich daraus gerne gemacht hätte.

Lucy Strange – Der Gesang der Nachtigall

Auch auf diesen Roman habe ich mich sehr gefreut und ärgere mich im Nachhinein, dass ich mich nicht umfassender über die Story informiert habe. Der Klappentext klang vielversprechend, die Rezensionen waren allesamt positiv, das Cover ist – wie von den Königskindern gewohnt – unbeschreiblich schön. Also, wieso dem Roman nicht einen Versuch geben?

Tatsächlich ist Der Gesang der Nachtigall jener Roman, zu dem ich bereits nach nicht einmal 4 Wochen schon gar nicht mehr wirklich sagen kann, worum es in dieser Geschichte ging. Natürlich kann ich noch die Eckpfeiler der Geschichte wiedergeben, aber was die Autorin dem Leser mit Der Gesang der Nachtigall mitgeben wollte, was die Message ist, weiß ich schon nicht mehr. Ich denke, das hängt auch ein wenig damit zusammen, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass dieses Buch derart düster und traurig ist. Es strotzt nur so vor Tristesse. Natürlich kann man jetzt sagen, dass man das vermuten kann, wenn eine Nachtigall im Titel vorkommt und auf dem Cover abgedruckt ist, aber es hätte auch ganz anders sein können. Eine Geschichte, die Mut macht und Kraft gibt.

Ich möchte Der Gesang der Nachtigall auch gar nicht schleccht reden, ganz im Gegenteil. Der Klappentext klingt unwahrscheinlich vielversprechend und insgesamt ist der Roman auch wirklich toll geschrieben. Ich mag nur einfach keine Trauergeschichten und das ist, denke ich, der Grund, wieso ich dem Roman nicht so viel abgewinnen konnte.

Judith Arendt – Helle und der Tote im Tivoli

In die Reihe meiner Lese-Fails fällt leider auch Helle und der Tote im Tivoli. Ich habe mich sehr darauf gefreut, weil ich Krimis und vor allem Skandinavien mag und ich neugierig war, wie Arendt dies in dem Auftakt dieser neuen Krimi-Reihe miteinander verbindet. Gerade der Klappentext hat mich neugierig gemacht – eine Leiche in einem Vergnügungspark, diese Story hat Potential und ich war maximal gespannt.

So gerne ich diesen Krimi auch mögen würde, er hat mich an so vielen Stellen einfach sprachlos und vor allem unfassbar wütend gemacht. Ich kann gar nicht sagen, wieso ich Helle und der Tote im Tivoli letztendlich zu Ende gelesen habe, vielleicht hatte ich immer noch die Hoffnung, dass es besser wird. Vielleicht wollte ich aber auch einfach nur die Auflösung des Falls wissen. Wie dem auch sei – auch, wenn der Mordfall als solches und auch die Auflärung dessen, neutral betrachtet, wirklich originell ist und, darauf reduziert, einen wirklichen guten Krimi abgibt, mag ich einfach nicht, was Arendt daraus gemacht hat. Ich möchte an dieser Stelle noch nicht so sehr ins Detail gehen, es wird noch eine ausführliche Buchbesprechung folgen. Ich habe mir bereits einige sehr umfangreiche Stichpunkte dazu gemacht und warte nun, bis sich meine Emotionalität ein wenig gelegt hat, um die Buchbesprechung zu verfassen.


Agatha Christie – Mörderisches Grün

Diesen kleinen Kurzgeschichtenband von Agatha Christie hatte ich schon sehr lange im Auge und ich freue mich, dass ich ihn nun endlich – passend zu den ungewöhnlich milden Temperaturen in diesem Monat – gelesen habe. Der Untertitel des Buches verwirrt meiner Auffassung nach, denn auch, wenn man beide Ermittler von Christie in diesem knapp 200-seitigen Buch wiederfindet, so ist Poirot gerade einmal eine der 6 Kurzgeschichten gewidmet.

Aber das finde ich weiter gar nicht schlimm. Ich habe bisher nur Bekanntschaft mit Poirot gemacht und freute mich so umso mehr, ein wenig mehr über Miss Marple zu erfahren. Insgesamt beinhaltet Mörderisches Grün 6 solide Krimi-Kurzgeschichten, die mir im Allgemeinen wirklich gut gefallen haben. Es empfiehlt sich, die Kurzgeschichten im Frühling zu lesen, weil man dann seine eigene Vorfreude auf die nahende Gartensaison mit in die Lektüre nimmt und man damit automatisch mehr in der Story ist und umfassender mitfiebert und mitermittelt.

Christine Kugler – Paulina, die kleine Wiesenhummel

Dieses zauberhafte Kinderbuch habe ich am Valentinstag auf der Pressemesse der Kinder- und Jugendbuchverlage in Frankfurt entdeckt und mich direkt in das Cover verliebt. Die kleine Wiesenhummel Paulina, ist sie nicht süß? Ich habe die kleinen und sehr niedlichen Vorlesegeschichten sehr genossen und werde euch schon bald Paulina und all ihre Freunde aus der Käferbande vorstellen und die Geschichten einmal genauer unter die Lupe nehmen. Ein wirklich tolles Buch!

Caroline Eriksson – Die Beobachterin

Dieses Buch war wirklich eine positive Überraschung für mich. Ich habe lange überlegt, ob ich es lesen möchte, einfach weil ich befürchtete, dass es mir zu brutal oder zu nervenaufreibend sei. Doch nichts dergleichen ist eingetreten. Innerhalb weniger Seiten war ich derart gefesselt von der Story und Erikssons flüssiger Schreibstil trug seinen Teil dazu bei, dass ich Die Beobachterin innerhalb von 2 Tagen gelesen hatte. Wow, was ein Buch!

Ich habe die Lektüre sehr genossen und habe mich den kompletten Thriller hindurch sehr gut unterhalten gefühlt. Bereits nach wenigen Seiten habe ich mich inmitten dem Geschehen, an Elenas Küchentisch, gemeinsam den Blick gen Nachbarhaus gerichtet, wiedergefunden. Wirklich eine ganz große Leseempfehlung meinerseits!

Wer jetzt neugierig geworden ist: Hier gibt es meine Rezension!


Anne Bronte – Agnes Grey

Kommen wir zu meinen 3 Highlights in diesem Monat. Hier habe ich mich ausnahmsweise für eine chronologische Reihenfolge entschieden. Den Anfang macht Agnes Grey von Anne Bronte. Dieser Klassiker steht schon ziemlich lange ungelesen in meinem Regal und ich freue mich sehr, dass ich mich sehr spontan dazu entschieden habe, ihn zu lesen. Normalerweise wäge ich sehr lange ab, welches Buch ich als nächstes Lese, versuche alle möglichen Parameter zu berücksichtigen, doch diesmal war es ein Handgriff und das Los  fiel auf Agnes Grey.

Und diese Entscheidung habe ich überhaupt nicht bereut. Ganz im Gegenteil. Der Einstieg in Agnes Grey fiel mir ausgesprochen leicht, der Schreibstil ist flüssig, charmant und unglaublich mitreißend. Ich wollte am ersten Abend nur einmal kurz reinlesen und habe das Buch erst nach 100 Seiten wieder zur Seite legen können. So ging es die nächsten zwei Abende weiter und so hatte ich innerhalb von nur 3 Tagen einen schönen Klassiker gelesen.

Ich werde in den nächsten Wochen noch einmal ausführlicher auf Agnes Grey eingehen und den Klassiker in einem separaten Beitrag vorstellen. Ich kann aber jetzt schon einmal eine absolute Leseempfehlung aussprechen.

Martha Breen & Jenny Jordahl – Rebellische Frauen. Women In Battle

Bereits als ich Rebellische Frauen in der Verlagsvorschau gesehen habe, war ich verliebt in diese Graphic Novel. Ich wusste, dass ich sie auf meinem Blog vorstellen muss, denn sie passt ausgezeichnet zu meinem Herzensprojekt „starke Frauen“, für das ich bereits seit einiger Zeit allerlei Literatur von und über starke Frauenfiguren und deren beeindruckende Lebensgeschichten sammele.

Ich bin wirklich fasziniert von dieser wunderschönen Graphic Novel über 150 Jahre Frauenbewegung. Rebellische Frauen vermittelt auf so kleinem Raum unglaublich viele wertvolle Informationen über das Frauenwahlrecht und Co., die allesamt sorgfältig recherchiert und ausgewählt und grandios illustriert sind. Obwohl ich schon einige Bücher zu diesem Thema gelesen habe, habe ich hier unbeschreiblich viel gelernt und Frauen kennengelernt, die ich bisher nicht kannte. Das ist wirklich schön!

Ich lege Rebellische Frauen all jenen ans Herz, die sich für Graphic Novels begeistern können und auf humoristische Weise etwas über die Geschichte der Frauenbewegung erfahren wollen. Vielen Dank an Martha Breen und Jenny Jordahl für dieses Meisterwerk! Rebellische Frauen – Women in Battle ist ein wahrer Buchschatz.

Meine  vollständige Rezension mitsamt einem kleinen Blick in das Buch findet ihr hier.

Laura Bednarski – Paulchen und Pieks

Abschließend möchte ich euch mein absolutes Highlight im Februar vorstellen: Paulchen und Pieks. Es ist ein wunderschönes Bilderbuch mit einer unglaublich herzlichen Geschichte, von dem ich mir wünschen würde, dass es in jedem Kinderzimmer im Bücherregal einen Platz finden wird.

Denn ich bin mir sicher, dass es auch anderen Kindern so geht wie mir in meiner Kindheit und sie oft großes Heimweh bekommen, wenn sie woanders schlafen. Paulchen & Pieks zeigt auf liebevolle Weise, wie das Heimweh beim Übernachten außerhalb der gewohnten vier Wände eingedämmt und der Übernachtungs-Besuch bei Freunden rundum zu einem tollen Erlebnis wird. Dieses Buch hätte ich mir in meiner Kindheit gewünscht und aus diesem Grund ein herzliches Dankeschön an Bednarski für dieses großartige Bilderbuch!


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