Ich bin noch ein klein wenig im Feiertagsmodus und genieße die freie Zeit gerade in völlen Zügen. Zum Ende des Jahres stehen immer besonders viele Festivitäten im Bekannten- und Verwandtenkreis an und die restliche Zeit schauen wir viele Filme oder lesen ausgiebig. Mein Freund hat bereits das erste Buch gelesen, das ich ihm zu Weihnachten geschenkt habe und ich bin erneut im Potter-Fieber und lese gerade Harry Potter und das verwunschene Kind. Vor wenigen Tagen las ich Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Es könnte nicht schöner sein – nur das Bloggen pausierte ein wenig zu kurz, weswegen ich auch erst jetzt meinen Lesemonar Dezember Revue passieren lasse.

Mein Lesemonat begann sehr ruhig, ich habe erst jetzt zwischen den Jahren wieder richtig in meinen Lese-Flow zurückgefunden. Nichtsdestotrotz kann er sich sehen lassen, ich habe durchweg grandiose Bücher gelesen – insgesamt 6 Stück! Das ist mir wirklich schon lange nicht mehr passiert und ich freue mich, dass ich so wunderbare literatische Begleitung zum Jahresende hatte. Schauen wir uns die Schätzchen nun einmal genauer an!

Louisa May Alcott – A Merry Christmas

Die hübschen Penguin Christmas Classics stehen wirklich schon sehr lange auf meiner Wunschliste. In jedem Jahr, kurz vor Weihnachten, liebäugel ich mit ihnen und verwerfe den Gedanken, mir ein Buch der Reihe zuzulegen, immer wieder. Eigentlich weiß ich gar nicht wieso. Denn A Merry Christmas von Louisa May Alcott ist einfach großartig. Allein die Aufmachung des Buches überzeugt mich und ist Grund genug, sich diese Reihe zu kaufen.

Schon der liebevoll gestaltete und glitzernde Schutzumschlag versetzt einen instant in Weihnachtsstimmung. Öffnet man das Buch, findet man den Vogel des Covers noch auf  vielen vielen weiteren Seiten abgedruckt – diese Liebe zum Detail mag ich sehr. Das Buch beinhaltet 6 weihnachtliche Kurzgeschichten aus der Feder von Alcott. Inhaltlich merkt man, dass die Geschichten schon etwas älter sind, denn sie verstehen Weihnachten noch im traditionellen Sinn. Vielleicht sind sie genau aus diesem Grund so lesenswert. Mir gefallen sie auf jeden Fall sehr.

Aufgrund ihrer hübschen Gestaltung, eignen sich die Ausgaben der Penguin Christmas Classics auch super zum verschenken. Wer also für das nächste Jahr ein kleines Mitbringsel zum Adventskaffee oder zu Nikolaus sucht, sollte sich diese Reihe einmal genauer ansehen – es lohnt sich!

Francis Duncan – Ein Mord zu Weihnachten

Erst kürzlich habe ich Detektivgeschichten für mich entdeckt. Ich habe den Einstieg mit der Queen of Crime – Agatha Christie – gefunden und wollte direkt im Anschluss einen weiteren Detektivroman lesen und überlegte lange, ob er in einem weihnachtlichen Setting spielen soll. Der Grund ist ganz einfach: Die Masse an Weihnachtskrimis ist einfach überwältigend – nach welchen Kriterien sucht man hier aus? Wie findet man hier die Kirsche auf der Sahne?

Letztendlich habe ich mich für Ein Mord zu Weihnachten entschieden, einfach weil mich er Klappentext ansprach und ich mich ein wenig an Mord im Orientexpress von Agathe Christie erinnert fühlte. Wie sich schon nach wenigen Seiten der Lektüre herausstellte, sollte ich meine Entscheidung nicht bereuen. Ein Mord zu Weihnachten ist ein großartiger Weihnachtskrimi!

Schauplatz dieses Romans ist das kleine britische Landgut von Benedict Grame, zu dem er alljährlich Freunde und Bekannte zu einem großen Weihnachtsessen an Heiligabend einläd. Er lebt abgeschieden und zurückgezogen und es bereitet ihm große Freude, jedes Jahr zu Weihnachten sein Haus weihnachtlich zu schmücken und Geschenke für jeden an den prächtigen Weihnachtsbaum zu hängen.

So auch in diesem Jahr. Doch diesmal befindet sich ein neues Gesicht unter den Gästen – der Hobbydetektiv Mordecai Tremaine. Als am späten Heiligabend eine Leiche unter dem Weihnachtsbaum gefunden wird, wird Tremaines Spürsinn geweckt und er versucht herauszufinden, wer der Mörder ist.

Wer herausfinden möchte, wieso mich dieser Weihnachtskrimi von Francis Duncan so überzeugen konnte, findet hier meine vollständige Rezension.

Christian Pokerbeats Huber – 7 Kilo in 3 Tagen

Auf 7 Kilo in 3 Tagen bin ich vor etwas mehr als einem Jahr aufmerksam geworden, nämlich als Christian seinen Weihnachtsroman bei RocketBeans TV vorstellte. Nach ungefähr 60 Minuten Almost Daily war mir klar – Ich muss diesen Roman lesen. Da ich zu dieser Zeit meine Weihnachtslektüren bereits geplant hatte, habe ich mir dieses kleine Schätzchen für dieses Jahr aufgehoben. Auch, wenn bereits ein zweiter Weihnachtsroman – Alle anderen können einpacken – erschienen ist, so habe ich mich dennoch fröhlich dem ersten Buch gewidmet.

Um es kurz zu machen: Es hat mir unglaublich gut gefallen und ich freue mich darauf, im nächsten Jahr den zweiten Weihnachtsroman von Christian zu lesen. 7 Kilo in 3 Tagen ist ein kurzweiliger aber fabelhaft komischer Weihnachtsroman, der mich wirklich ganz wunderbar unterhalten hat. Ich musste beim Lesen sooft schmunzeln, einfach weil mir viele der beschriebenen Situationen derart vertraut sind. “ Der Aufenthalt über Weihnachten zu Hause wird nicht in Tagen, sondern in Mahlzeiten gerechnet.“ –  „Mit dem Überschreiten der Türschwelle nehme ich automatisch 3 Kilo zu.“ Danke für diese großartigen Zitate und vor allem für dieses Buch, lieber Christian!

Guillaume Musso – Was wäre ich ohne dich?

Neben Weihnachtslektüren habe ich – zugegeben erst gegen Ende des Monats – auch jahreszeitenunabhängige Romane gelesen. In meinem Lieblingsmonat darf ein Roman meines Lieblingsautors natürlich nicht fehlen. Nachdem ich erst im November Ein Atelier in Paris von Musso gelesen habe, habe ich mich im Dezember Was wäre ich ohne dich?, seinem neuersten Werk, gewidmet.

Bereits nach wenigen Seiten war Mussos Handschrift deutlich erkennbar. Im ersten Kapitel lernt man Gabrielle und Martin in San Francisco kennen und erlebt mit, wie sie sich ineinander verlieben. Das zweite Kapitel erfährt einen völligen Ortswechsel und Zeitsprung – Plötzlich sind wir in Paris und schauen einem Kunstdieb über die Schulter, Martin ist mittlerweile ein erfolgreicher Ermittler bei der Polizei. Doch wo ist Gabrielle?

Ich habe den ganzen Roman hindurch versucht, diese beiden Szenen miteinander zu verknüpfen, irgendwelche Verbindungen zu erkennen. Das muss doch was miteinander zu tun haben, wieso sonst hätte Musso mit diesem Kapitel den Roman begonnen? Wie Musso letztlich die beiden Szenen miteinander verflicht und wie der anfangs unbescherte und ruhige Roman an Fahrt aufnimmt, ist einfach großartig. Dafür, dass ich seine Kriminalromane, wenn man sie so nennen mag, eher weniger mag, konnte mich Was wäre ich ohne dich? wirklich vollkommen überzeugen. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Es bekommt eine klare Leseempfehlung von mir!

Dani Atkins – Das Leuchten unserer Träume

Ich verfolge die Romane von Dani Atkins bereits seit ihrem Debüt Die Achse meiner Welt. Dieser Roman hat mich wirklich umgehauen. Auch die beiden Nachfolger – Die Nacht schreibt uns neu & Der Klang deines Lächelns – fande ich großartig. Doch mit Sieben Tage voller Wunder wurde ich einfach nicht warm. Trotzdem habe ich mich über den neuen Roman Das Leuchten unserer Träume von Atkins gefreut und wollte ihren Romanen noch eine Chance geben.

Ich habe den Roman mehr oder weniger blind begonnen zu lesen und nur flüchtig einen Blick auf den Klappentext geworfen, einfach weil ich weiß, dass Atkins auf eine gute Art und Weise mit dem Leser spielt und die Klappentexte nur für Verwirrung sorgen. Bisher hat das immer ganz wunderbar funktioniert und auch diesmal wurde ich nicht enttäsucht – zumindest nicht in dieser Hinsicht.

Der Einstieg fiel mir leicht, auch Atkins Schreibstil ist wieder einmal erstklassig, der Roman lässt sich flüssig lesen und an vielen Stellen musste ich aufgrund der Wortwahl und Dialoge schmunzeln. Aber was ist das bitte für eine Geschichte, die hier erzählt wird? Dass sich Sophie – bis auf eine kleine Wunde am Handgelenk – völlig unbeschadet mit einem Sprung aus einem brennenden Haus retten konnte – Geschenkt. Wirklich. Aber was ist das, was danach passiert? Wieso vertraut sie Ben blind? Wieso versucht sie nicht einmal, Dinge aus seinem Leben in Erfahrung zu bringen? Wieso scheint sie sich wie ein Buch ihm gegenüber zu öffnen, stellt ihm aber keinerlei Fragen? Nur, weil er als Mr. NiceGuy dargestellt wird, der aufopferungsvoll, hilfsbereit und liebevoll ist, bedeutet das nicht, dass er sich alles erlauben darf. Und nur, weil Ben sie gerettet hat, muss sie ihm nicht blind vertrauen.

Auch, wenn die Story an sich wirklich Potential hat, sorgt diese ungesunde Figurenkonstellation für einen unschönen Beigeschmack bei mir. Es lässt das Ganze nicht authentisch und damit nicht rund wirken, sondern vielmehr konstruiert. Schade!

J. K. Rowling – Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Oh wow! Endlich habe ich es geschafft, Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind zu lesen. Es ist mein erstes Drehbuch, das ich lese und auch, wenn die Wahl dieser Form oft kritisiert wird, mag ich es sehr. Ich habe vor 2 Jahren den Film im Kino gesehen und durch das Lesen des Drehbuchs hatte ich die Szenen aus dem Film wieder vor meinem inneren Auge, das hat mir wirklich gut gefallen.

In den nächsten Tagen möchte ich noch einmal den Film schauen, damit ich bestens vorbereitet bin, wenn wir nächste Woche endlich Grindelwalds Verbrechen im Kino sehen wollen. Ich freue mich wirklich sehr!

Der Dezember in Zahlen

Insgesamt habe ich im Dezember 1797 Seiten gelesen. Das sind durchschnittlich knapp 58 Seiten täglich. Wow! Dafür, dass der Dezember stockend begann, kann sich diese Zahl wirklich sehen lassen. Die wenigsten Seiten hatten die Kurzgeschichten von Louisa May Alcott, mit denen ich in den Dezember startete. Mit 448 Seiten war Das Leuchten unserer Träume von Dani Atkins mein dickstes Buch im Dezember.

Ich bin mehr als zufrieden mit meinem Lesemonat und hoffe, dass ich in 2019 mindestens genauso viele tolle Bücher lesen und entdecken werde wie es in diesem Jahr der Fall war. Ich bin schon sehr gespannt, ob ich einer meiner fortwährenden Vorsätze auch im neuen Jahr umsetzen werde – Mehr Klassiker lesen & in diesem Jahr ganz neu: Mehr Kriminal- und Detektivgeschichten entdecken! In diesem Sinne: Auf ein lesereiches Jahr 2019!