Schwupps, ist auch schon der April vorüber. Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Ich habe das Gefühl, als wären die letzten 4 Wochen einfach so an mir vorbeigezogen. Vielleicht ist „vorbeigeflogen“ das treffendere Wort an dieser Stelle. Denn genau so fühlt es sich an. Wenn ich zurückblicke, kann ich wirklich nur schwer sagen, welche Bücher mich durch den April begleitet haben, geschweige denn einschätzen, ob es ein lesereicher Monat war oder nicht. Wo ist nur die Zeit hin? Das ist wirklich beängstigend.

Wenn ich mir den Bücherstapel ansehe, der sich neben mir auftürmt, kann ich sagen: Der April war sehr lesereich. Das erfreut und verwundert mich gleichermaßen. Denn ich weiß gar nicht, wie ich das geschafft habe. Meine gefühlte Lesezeit war unglaublich kurz. Das ist eine Sache, die sich im Mai und generell in den nächsten Monaten definitiv ändern muss. Ich muss mir wieder bewusste Zeiten zum Lesen und vor allem zum Abschalten freischaufeln. Denn nur so schaffe ich es, ein wenig zu entspannen und den ganzen Alltagsstress von mir abzuwerfen. Das brauche ich wirklich dringend.

Schauen wir uns nun aber einmal den Lesemonat April ein wenig genauer an. Ich habe im vergangenen Monat insgesamt 10 Bücher gelesen, wobei 5 davon Bilderbücher sind. Streng genommen sind es also 5 Bücher, dessen Geschichten mich durch den Wonnemonat begleitet haben. Auch das fühlt sich gerade unglaublich viel und irgendwie ein wenig unwirklich an. 1793 Seiten. Knapp 60 Seiten am Tag. Wann habe ich die denn nur gelesen?

Katrine Engberg – Blutmond

Den April habe ich mit einem richtig tollen Buch begonnen, nämlich mit Blutmond von Katrine Engberg. Nachdem mir Krokodilwächter von ihr bereits so gut gefallen hat, konnte ich es kaum erwarten, bis der zweite Fall für Jeppe und Anette auf deutsch erscheint. Außerdem ist Katrine Engberg sehr sympathisch, ich durfte sie auf der Frankfurter Buchmesse im letzten Jahr kennenlernen und im Anschluss daran hatte ich total Lust auf einen Städtetrip nach Kopenhagen, um mir all die Schauplätze in ihrem Romanen vor Ort anzusehen.

Tatsächlich hat mir Blutmond sogar ein klein wenig besser gefallen als ihr Debüt. Es fühlte sich für mich an, als träfe ich mit Jeppe und Anette alte Bekannte und auch sonst hat mich Engberg mit ihren lebendigen Beschreibungen innerhalb wenigenr Seiten direkt nach Kopenhagen katapultiert und mir ein erstklassiges Leseerlebnis beschert.

J. Jefferson Farjeon – Dreizehn Gäste

Dreizehn Gäste knüpft an die Tradition des klassischen Landhauskrimis, wie er für die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen üblich war, an und reiht sich meiner Auffassung nach dort sehr schön ein. Zwölf Gäste, darunter u.a. eine Schauspielerin, eine Krimiautorin und ein Journalist, begeben sich zu einer Party auf das Landgut Bradley Court. Doch als Nadine Leveridge, die ebenfalls auf die Party eingeladen wurde, am Bahnhof einem verletzten Mann begegnet und diesen kurzerhand mit nach Bradley Court nimmt, beläuft sich die Anzahl der Gäste auf die in den Augen von Abergläubigen unglückbringende Zahl 13. Und tatsächlich dauert es nicht lange, bis ein Unglück geschieht.

Wie ihr seht, es ist das typische Szenario, das man in Detektivgeschichten häufig wiederfindet. Aber gerade das macht es für mich so spannend: Wie schafft man es als Autor, in einem immer ähnlichen Szenario, den Leser dennoch jedes Mal auf’s Neue zu überraschen? Tatsächlich muss ich aber zugeben, dass mich Dreizehn Gäste jetzt nicht sonderlich aus den Socken gehauen hat. Es ist ein solider Landhauskrimi, den ich wirklich gerne gelesen habe. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Meike Winnemuth – Bin im Garten

Auf dieses Buch bin ich wirklich nur durch Zufall afmerksam geworden und rückblickend muss ich sagen, dass ich darüber wirklich froh bin. denn Bin im Garten! ist wirklich unglaublich schön. Wenn mir ein Buch aus dem April im Gedächtnis geblieben ist und vermutlich auch noch lange bleiben wird, dann dieses. Ich bin selbst großer Gartenfreund und habe mich mehr als einmal in Winnemuths Garten wiedergefunden.

Durch ihre offene und herzliche Schreibweise kam es mir auf den 300 Seiten so vor, als würde mir eine alte Freundin von ihrem Projekt „Garten“ berichten und nicht eine mir bis dato völlig unbekannte Autorin. Das ist wirklich schön!

P. B. Vauvillé – Ein kunstvoller Mord

Mit Ein kunstvoller Mord ist im letzten Monat wieder Überraschungspost aus dem Hause Atlantik bei mir eingezogen. Ich mag es sehr, wenn ich auf Bücher aufmerksam gemacht werde, die mir sonst vermutlich entgangen wären. Bereits Lago Mortale habe ich auf diese Weise entdeckt und sehr genossen, umso gespannter war ich auf Ein kunstvoller Mord. Wird es mich auch wieder derart begeistern können wie Lago Mortale?

Der Klappentext macht neugierig auf das Buch – schon mit Musso war ich in der Pariser Kunstszene unterwegs und habe einen Mord aufgeklärt -, doch leider konnte mich der gerade einmal 200-seitige Krimi letztendlich nicht wirklich überzeugen. Ich kann gar nicht wirklich sagen, was der Grund dafür ist. Vermutlich lag es daran, dass auf den wenigen Seiten für meine  Verhältnisse unverhältnismäßig viele Charaktere eingeführt wurden und mich das einfach unglaublich verwirrt hat. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich nicht so sehr für Kunst begeistern kann und hier nur schwer in das Setting finde, wenn mich der Schreibstil des Autors nicht unglaublich mitreißt. Dennoch schätze ich, dass Krimi- und Kunstfreunde mit Ein kunstvoller Mord einige schöne Lesestunden an der Seite von Detektiv Belbasse verbringen und neben den Ermittlungen auch ein wenig in die Pariser Kunstszene eintauchen können.

Jennifer C. Bertman – Die Gefängnisinsel (Griswold #3)

Die Bücherjagd mit Mr. Griswold ging endlich in die dritte – und leider finale – Runde! Diesmal treffen sich Emily, James und alle anderen Bücherjäger auf der Gefängnisinsel Alcatraz, um dort ein neues Rätsel zu lösen.

Als ich gelesen habe, wo der 3. Band der Reihe spielt, war ich überrascht und ein wenig sprachlos. Damit hätte ich tatsächlich nicht gerechnet. Auch nicht, dass für das Abenteuer von Mr. Griswold Statisten engagiert werden, die in orangfarbenen Uniformen in Zellen sitzen und damit den Gefängnisalltag für die Bücherjäger simulieren. So viel Einfallsreichtum und Kreativität finde ich wirklich richtig toll.

Insgesamt hat mir aber der zweite Teil der Reihe tatsächlich am Besten gefallen, unmittelbar gefolgt vom Debüt. Der dritte Teil, die Gefängnisinsel, ist ein schöner Abschluss dieser wirklich unwahrscheinlich tollen Jugendbuchreihe.

 Little People, Big Dreams: Rosa Parks & Marie Curie

Kommen wir zu zwei wirklich ganz bezaubernden Büchern! Die Reihe Little People, Big Dreams kenne und verfolge ich schon einige Zeit in englischer Sprache, in mein Regal hat es unerklärlicherweise bisher aber noch keines davon geschafft. Doch dann entdeckte ich, dass Insel die Reihe nach Deutschland bringt und habe die Initiative ergriffen und Die Bände über Rosa Parks & Marie Curie durften bei mir einziehen.

Wieso genau jene Bände? Über Marie Curie habe ich bereits in einigen anderen Bänden mit Porträts über starke und außergewöhnliche Frauen gelesen und freute mich, dass dieser tollen Frau in bei Little People, Big Dreams ein eigener Band gewidmet wurde. Auf Rosa Parks bin ich durch die Recherche zu meiner Masterarbeit aufmerksam geworden. Sie war eine Bürgerrechtsaktivistin in den USA, die durch den Alabama Bus-Boykott Aufsehen erregte und letztendlich den Weg für die Abschaffung der Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln geebnet hat. Eine beeindruckend Frau!

Günther Jakobs – Pino, Lela und der kleine Fuchs & Marcus Pfister – Wer hat die Haselnuss geklaut?

Zu den nächsten beiden Bilderbüchern möchte ich gar nicht viele Worte verlieren. Es sind zwei Bilderbücher ganz nach meinem Geschmack, denn hier spielen Tiere und insbesondere Eichhörnchen eine große Rolle und das freut mich immer sehr. Ich bin großer Fan dieser Tiere und freue mich jeden Tag, wenn sie mich auf meiner Terrasse besuchen kommen, ihren Magen vollschlagen und die Nüsse in ihre Verstecke tragen.

Deswegen an dieser Stelle eine Leseempfehlung an all jene, die Tiergeschichten ebenso mögen und diese gerne entweder ihren Kindern vorlesen oder selbst entdecken möchten. Wenn ich mich für eines der beiden Bücher entscheiden müsste, würde ich Pino, Lela und der kleine Fuchs empfehlen.

Andrea Reitmeyer – Igel Igor mag das nicht

Das letzte Buch in diesem Monat ist gleichzeitig ein ganz Besonderes. Stefan hat mir Igel Igor mag das nicht zu Ostern geschenkt und ich hätte mir kein besseres Geschenk vorstellen können. Auch, wenn wir beide Erwachsen sind (Ja, wirklich!), sind wir große Igelfreunde und lieben Bilderbücher, in denen die kleinen Stachelfreunde vorkommen.

Ich hatte das Buch schon des Öfteren in Buchhandlungen und auch auf der Buchmesse in Händen, jetzt endlich steht es in meinem Regal und ich kann jederzeit darin blättern und mich jedes Mal neu in Igor verlieben. Mittlerweile liegt das Buch im Großformat vor, sodass es tatsächlich ein Bilderbuch ist. Das Vorsatzpapier hält viele Informationen über Igel bereit, bevor das Buch selbst mit der Geschichte um Igel Igor startet. Unbedingt lesen, es ist herzallerliebst!



Alles Neu macht der Mai

Dieses Sprichwort sollte ich wirklich beherzigen und mir wieder bewusste Lesezeit nehmen, denn ich merke, wie es mir fehlt. Vielleicht wird es auch mal wieder Zeit für das ein oder andere Leseprojekt. Aktuell lese ich gemeinsam mit Stefan Dolores von Stephen King, das mag ich wirklich gerne, denn gemeinsames Lesen bereitet mir immer besonders Freude. Der Austausch während und nach der Lektüre ist einfach immer schön. Vielleicht erstelle ich mir eine kleine Leseliste für den Sommer oder ich wähle willkürlich ungelesene Bücher von meinem Bücherregal aus und schaue, wohin mich diese Reise führt. Was es auch sein wird, liebe Lesefreude – bitte komm zurück!