Aufmerksam geworden bin ich auf Ein Sommer in den Hamptons als ich nach locker, leichten Urlaubslektüren mit sommerlicher Athmosphäre gesucht habe. das Cover machte mich neugierig, der Klappentext überzeugte mich schließlich – dieses Buch musst du lesen. Kurze Zeit später traf das Buch bei mir ein und entführte mich bereits nach wenigen Seiten direkt an die Ostküste der USA. Genauer gesagt in die Hamptons, zu den Strandhäusern der Milliardäre.

Ein Sommer in den Hamptons

Dort treffe ich auf Rowena. Ihr langjähriger Freund wünscht sich eine Auszeit und begibt sich nach Asien auf einen Selbstfindungstrip. Sie hingegen verbringt den Sommer in den Hamptons, wo sie gemeinsam mit dem Vermieter Hump und zwei weiteren Mitbewohnern eines der Strandhäuser bewohnt. Es wartet ein unvergesslicher Sommer auf Rowena.

Dies ist mein erstes Buch von Swan und so wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Bereits nach wenigen Seiten war ich gefesselt von der Geschichte oder vielmehr von der Kulisse, die beschrieben wird. Swan versteht es, Atmosphäre zu erzeugen. Es fühlte sich ein wenig so an, als würde ich höchst persönlich im Auto sitzen und nach Long Island fahren. Swan schreibt bildhaft und erzeugt damit ein vertrautes, ja fast heimeliges Gefühl bei mir.

Lebendige & authentische Charaktere

Auch die Charaktere wirken lebendig und völlig authentisch. Ich finde sie allesamt sehr sympathisch und sie harmonisieren perfekt zusammen. Zugegeben, Rowena strapaziert anfangs ein wenig die Nerven des Lesers, wenn sie ständig von ihrem Freund in Asien und der Beziehungspause erzählt, aber vielleicht macht gerade das sie so authentisch. Hump habe ich direkt beim ersten Treffen in mein Herz geschlossen. Er wirkt wie ein großer Bruder, der immer ein Auge auf Rowena hat und sie immerzu beschützt. Das habe ich so nicht erwartet, freute mich aber sehr.

Generell steckt dieser Roman voller Überraschungen. Denn ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich etwas völlig anderes von diesem Roman erwartet habe. Ich dachte, dass ich zwischen den zwei Buchdeckeln eine sommerliche Liebesgeschichte finden werde, aber weit gefehlt. Die Wendung, die dieser Roman in der zweiten Hälfte nimmt, kam für mich völlig unerwartet. Wenn ich mit allem gerechnet hätte – damit aber sicher nicht. Großer Pluspunkt!

Langatmige Geschichte

Das klingt eigentlich alles perfekt und nach einer ausgesprochen gelungenen Sommerlektüre. Aber für mich hat der anfängliche Enthusiasmus ziemlich schnell nachgelassen. Habe ich zu Beginn das Buch kaum aus den Händen legen können, fällt es mir von Kapitel zu Kapitel immer schwerer, überhaupt zum Roman zu greifen. Denn es passiert einfach nichts! Die Geschichte ist einfach furchtbar langatmig und auch nach ungefähr zwei Drittel des Romans war mir immer noch nicht klar, ob noch was passieren wird.

Ich habe das Gefühl, dass sich gegen Ende die Ereignisse überschlagen und innerhalb von wenigen Seiten so viel passiert, wie im ganzen Roman zuvor nicht. Es wirkt ein wenig so, als wolle man noch einen Twist in der Geschichte integrieren – damit endlich was passiert – ohne, dass der Roman noch einmal um mehrere hundert Seiten erweitert wird. In dieser Hast werden Entscheidungen getroffen, die für mich nicht schlüssig wirken, aber den Roman immerhin zu einem Ende führen.

Schlussbetrachtung

Die Lektüre liegt nun schon über eine Woche zurück und ich kann immer noch nicht sagen, ob mir der Roman gefallen hat und ob ich ihn weiterempfehlen kann oder nicht. Ein Sommer in den Hamptons ist zweifelsfrei ein Roman mit Potential, bei dem bereits nach wenigen Seiten Urlaubsstimmung aufkommt.

Dank Swans bildhafter Sprache fühlt man sich, als würde man sich gemeinsam mit Rowena in das Abenteuer stürzen. Auch alle anderen Charaktere waren mir direkt sympathisch und auch die unerwartete Wendung hat mich positiv überrascht. Einzig die Ereignislosigkeit in der ersten Hälfte des Romans trübt ein wenig das Lese-Erlebnis und verlangt dem Leser einen langen Atem ab. Hier hätte ich mir entweder mehr Action gewünscht oder eine rigorose Kürzung der Geschichte. Der Roman könnte zweifelsfrei um ein Drittel gekürzt werden, ohne an Qualität einzubüßen. Ganz im Gegenteil.


Vielen Dank an Goldmann und das Bloggerportal für das Zusenden dieses Leseexemplares.