Nachdem ich erst im November Ein Atelier in Paris von Musso gelesen habe, habe ich mich im Dezember Was wäre ich ohne dich?, seinem neuersten Werk, gewidmet. Ich freue mich sehr über die Regelmäßigkeit, in der die Romane von Musso bei Piper erscheinen. Meist im halbjährigen Turnus erscheinen die Buchschätze aus Mussos Feder und entführen mich immer wieder in völlig neue Welten. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele Geschichten Musso in petto hat, die unterschiedlicher nicht sein könnten. So wird das Lesen seiner Bücher niemals langweilig und lässt mich immer wieder dem nächsten Roman entgegenfiebern. Guillaume Musso – Was wäre ich ohne dich?

Spannend, emotional, mitreißend

Wer die Romane von Musso kennt, weiß, dass es immer wiederkehrende Elemente in seinen Werken gibt. Dazu gehören beispielsweise die Schauplätze, an denen seine Romane spielen oder wohin er seine Protagonisten reisen lässt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit findet man sich während der Lektüre einer seiner Romane mindestens einmal entweder in New York, San Francisco, Paris oder an allen diesen Orten. Denn Musso lässt seine Figuren gerne reisen – zu seinen persönlichen Lieblingsdestinationen oder in seine Heimat, nach Paris oder gar Antibes. Das mag ich sehr, da diese Konstante seinen Romanen, die immer ein unvorhersehbare Geschichte erzählen, eine gewisse Beständigkeit verleihen. Man weiß, worauf man sich einlässt und gewissermaßen auch nicht.

Diesmal entführt uns Musso nach San Francisco – zumindest beginnt dort die Geschichte. Dort treffen wir auf Martin, der seinen Abschluss an der Sorbonne gemacht hat und den Sommer dazu nutzt, in San Francisco seine Englischkenntnisse aufzubessern. In San Francisco trifft er auf Gabrielle, die im dritten Jahr an der Berkeley studiert und im Sommer 1995 ihr Taschengeld sowohl in der Bibliothek der Universität als auch in einem Café aufbessert. In genau diesem Café lernen sie sich kennen und lieben. Es wird für beide ein unvergesslicher Sommer. Schließlich nähert sich Martins Aufenthalt in Kalifornien seinem Ende, er muss zurück nach Frankreich. Bereits auf den ersten Seiten erfährt man, dass diese junge Liebe die Abreise von Martin nicht überstehen wird. An dieser Stelle im Roman ist mein Herz zum ersten Mal gebrochen – nach genau 22 Seiten.

Das zweite Kapitel erfährt einen völligen Ortswechsel und Zeitsprung – Plötzlich sind wir in Paris und schauen einem Kunstdieb über die Schulter, Martin ist mittlerweile ein erfolgreicher Ermittler bei der Polizei. Doch wo ist Gabrielle?

Ein Meister seines Handwerks

Ich habe den ganzen Roman hindurch versucht, diese beiden Szenen miteinander zu verknüpfen, irgendwelche Verbindungen zu erkennen. Das muss doch etwas miteinander zu tun haben, wieso sonst hätte Musso mit diesem Kapitel den Roman begonnen? Wann trifft Martin Gabrielle wieder? Und vor allem in welcher Situation, unter welchen Bedingungen? Ich war sehr gespannt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Wie Musso letztlich die beiden Szenen miteinander verflicht und wie der anfangs unbeschwerte und ruhige Roman an Fahrt aufnimmt, ist einfach großartig. Es zeigt einmal mehr, wie gut Musso sein Handwerk versteht. Ich habe die ganze Zeit versucht, zwischen Paris und Kalifornien, zwischen Martin und Gabrielle, eine Vebindung herzustellen und wenn ich dachte, ich hätte das Rätsel gelöst, machte der nächste Absatz meine Theorie zunichte. Und auch als Musso den Leser an die Hand nimmt, ihm die Lösung scheinbare Lösung präsentiert und die beiden Leben miteinander verflicht, wird deutlich, dass so viel mehr dahinter steckt und hier streng genommen der Roman erst beginnt. Wahnsinn!

Oh, Guillaume Musso – Was wäre ich ohne dich?

Mit Was wäre ich ohne dich? hat Musso wieder einmal bewiesen, dass er ein großartiger Autor ist.  Dafür, dass ich seine mit Krimielementen gespikten Romane in der Regel eher weniger mag, konnte mich Was wäre ich ohne dich? wirklich vollkommen überzeugen. Langsam aber sicher finde ich Gefallen daran.

Umso mehr freue ich mich auf seinen neuen Roman Die junge Frau und die Nacht, der im Juni bei Pendo, einem Imprint von Piper, erscheinen wird. Der Klappentext suggeriert wieder einen Roman mit Krimi-Charakter und ich freue mich wirklich schon sehr darauf. Die einzige Frage, die sich mir jetzt noch stellt: Wie überstehe ich die Zeit bis Juni?


Vielen Dank an Piper für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares.