In der Kinderbuchwoche wird es ein wenig weihnachtlich, aber das ist vollkommen in Ordnung, immerhin steht in weniger als drei Wochen das Fest der Liebe ins Haus. Wer noch den ein oder anderen Advents-Lesetipp braucht, um noch last minute in Weihnachtsstimmung zu kommen – voilà, hier ist er!

Bereits im letzten Jahr habe ich das Weihnachts-Bilderbuch von Amrhein gelesen und besprochen – Ein heimlicher Weihnachtsgast, so der Titel, hat mir wirklich unglaublich gut gefallen. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an den diesjährigen Nachfolger – Der überraschende Weihnachtsbrief. Schauen wir uns das weihnachtliche Bilderbuch nun einmal genauer an.

Der überraschende Weihnachtsbrief

Protagonist der kleinen Geschichte ist der Waschbär Puck. Er beobachtet das rege Treiben im Wald, überall werden die letzten Vorbereitungen getroffen, denn bald ist Weihnachten. Puck beobachtet die Waldvögel, die fleißig die Weihnachtspost verteilen. Da gerät Puck ins Träumen. Hach, wie gerne würde er auch einmal einen Brief zu Weihnachten bekommen. Immer sind die eintreffenden Briefe an seine Eltern oder an die Familie im Allgemeinen adressiert, am Ende der Weihnachtspost ist immer nur ein Vermerk zu lesen: Grüße auch an den kleinen Puck.

Das macht Puck wirklich traurig und er wünscht sich nichts sehnlicher, als einen an ihn adressierten Brief zu Weihnachten zu erhalten. Außerdem ist da noch der kleine Zaunkönig, der ebenfalls einen großen Weihnachtswunsch hat. Er möchte – so wie alle anderen Vögel – auch einmal einen richtigen Brief austragen.

So findet zusammen, was zusammen gehört und in dieser kleinen Weihnachtsgeschichte werden direkt zwei Herzenswünsche erfüllt. Auch, wenn es ziemlich abenteuerlich verläuft, trägt der Zaunkönig seinen ersten Brief aus und Puck erhält auf diesem Wege einen überraschenden Weihnachtsbrief – an ihn ganz alleine adressiert. Das ist wirklich herzallerliebst!

Weihnachtswünsche, die in Erfüllung gehen!

Auch dieses weihnachtliche Bilderbuch von Annette Amrhein finde ich sehr gelungen. Ich mag es, dass direkt zwei Weihnachtswünsche erfüllt werden, so wird deutlich, wie oft Dinge, die völlig unterschiedlich scheinen, doch auf eine bestimmte Weise verknüpft sind. Ein wenig erstaunt war ich über den Protagonisten des Buches, dann normalerweise denkt man bei Waldbewohnern in Verbindung mit Weihnachten nicht zwangsweise an Waschbären. Aber auch das ist vielleicht in Indikator dafür, dass man über den Tellerrand blicken und out of the box denken sollte. Nicht immer nur das Selbstverständliche reproduzieren, sondern den Blick weiter schweifen lassen. Das mag ich ganz gerne.

Gleichzeitig muss ich aber auch zugeben, dass mir Ein heimlicher Weihnachtsgast aus dem letzten Jahr wirklich viel besser gefallen hat. Die Illustrationen waren wärmer, herzlicher, gemütlicher. Bereits das Cover hat eine gewisse Geborgenheit, Heimeligkeit ausgestrahlt, die ich hier in der Geschichte ein wenig vermisst habe. Natürlich spielt die Geschichte im Winter und es liegt viel Schnee – trotzdem fehlt mir ein wenig die passende Stimmung dazu. Aber auch die Story an sich – der Bär, der den Winterschlaf verschlafen hat und so zum ersten Mal ein Weihnachtsfest feiern wird – finde ich sehr originell und kreativ und spricht mich persönlich einfach mehr an.

Dennoch möchte ich Der überraschende Weihnachtsbrief all jenen ans Herz legen, die noch auf der Suche nach einer schönen Lektüre für die Adventszeit sind, die sie gemeinsam mit den Kleinen genießen können. Auch als Weihnachtsgeschenk oder als Mitbringsel in der Weihnachtszeit kann ich mir dieses Bilderbuch gut vorstellen. Es behandelt einen großen Kinderwunsch, den ich selbst sehr gut nachvollziehen kann und die Thematik noch aus meiner eigenen Kindheit kenne – immer waren die Weihnachtskarten an meine Eltern oder an die Familie im Gesamten adressiert, aber nie an mich direkt. Die Idee des Buches mag ich wirklich ganz gerne!


Vielen Dank an den Magellan Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares.