Nachdem ich vor wenigen Wochen Mein Sommer auf dem Mond von Popescu gelesen habe, war ich wieder total im Popescu-Fieber und wollte unbedingt einen weiteren Roman von ihr lesen. Mir fehlten noch Paris, du und ich und Ein Sommer und vier Tage. In letzter Zeit bin ich aus mir noch unerklärlichen Gründen total vernarrt in Romane, die in Italien oder zumindest in der Sonne oder am Strand spielen. Typische Sommerlektüren eben. Nachdem ich mir die Klappentexte beider Romane durchgelesen habe, fiel mir die Entscheidung leicht. Ein Road-Trip durch Italien? Ich bin dabei!

Inhalt & Aufmachung

Um es direkt vorweg zu sagen: Ich bin total begeistert von diesem Roman, die Geschichte ist wirklich herzallerliebst. Ich habe die Lektüre wirklich sehr genossen. Für mich knüpft dieser Roman in Aufmachung, Stil und Story an die ersten Romane von Popescu an und das finde ich großartig – ein popescuesker Roman!

Ich habe Ein Sommer und vier Tage innerhalb von drei Tagen gelesen – oder soll ich besser sagen weggeatmet? Das trifft es glaube ich besser. Popescu hat es geschafft, dass ich am Busbahnhof direkt mit in den Bus gestiegen bin, um mit Paula gemeinsam nach Amalfi ins Sommerferienlager zu fahren. Zugegeben, die Aussicht, die Sommerferien in einem Ferienlager zu verbringen, in dem Lernen an der Tagesordnung ist, klingt nicht unbedingt verlockend. Aber der auf dem Klappentext bereits in Aussicht gestellte Road-Trip machte mich neugierig.

Nachdem der Bus auf einem Parkplatz einen Zwischenstopp einlegte und Paula sich in der Raststätte eine Cola kaufen möchte, ist sie nicht wieder rechtzeitig am Bus, sodass dieser ohne sie die Reise gen Ferienlager fortsetzt. Paula steht völlig planlos auf dem Parkplatz und fragt sich, was sie als nächstes tun soll. Ihre Eltern anrufen? Doch plötzlich taucht Lewis, der süße Typ aus dem Bus, direkt vor ihr auf und sie fasst einen Entschluss: Sie verlängert ihren Sommer um vier Tage.

Das Buch ist in kurze, knackige Kapitel eingeteilt und das gefällt mir sehr gut. Dadurch wird die Geschichte nicht unnötig langatmig, aber auch nicht zu kurz. Einfach on point. Auch die Seiten sind wirklich unglaublich liebevoll gestaltet, man sieht richtig, wie viel Mühe sich dafür gegeben wurde. Überzeugt euch am besten selbst davon, das kann man wirklich nur schwer in Worte fassen.

Die Dialoge in diesem Roman finde ich sehr gelungen. Ich habe Paula und Lewis wirklich derart an den Lippen gehangen und konnte gar nicht erwarten, zu erfahren, wie es weitergeht. Die beiden sind mit ihren 16 und 17 Jahren einerseits noch Teenager, auf der anderen Seite hingegen doch schon so reif, dass sie teilweise wirklich tiefgründige Gespräche führen. Es ist aber wahrlich kein todernster Roman, denn gleichzeitig sind sie unheimlich humorvoll. Es ist wirklich eine sehr gute Mischung.

Figuren

Ich habe sowohl Paula als auch Lewis direkt in mein Herz geschlossen. Auch, wenn sie zunächst wie typische Protagonisten in einem Jugendroman erscheinen – Lewis der Bad Boy, Paula das graue Mäuschen –, sind sie gar nicht so klischeebehaftet, wie man meinen könnte.

Bei Paula hatte ich zumindest anfangs noch das Gefühl, als müsste ich sie ein wenig an die Hand nehmen und sie durch das Leben führen. Aufpassen, dass ihr auf der Reise nichts passiert. Doch im Verlauf der Geschichte – und spätestens mit der letzten Station des Road-Trips – wird klar, dass das überhaupt nicht nötig ist.

Zum einen nicht, weil sie gut auf sich selbst aufpassen kann, mir kommt es vor, als würde Paula durch die Reise nach Italien auch innere Grenzen überwinden. Vom Teenager zum Erwachsenen werden, im Leben gewissermaßen ankommen. Zum anderen ist da aber auch Lewis, der es für mich übernimmt, auf sie aufzupassen. Hat man am Anfang noch den Eindruck, als sei er der Bad Boy schlechthin und erfülle alle Klischees, so merkt man als Leser doch sehr schnell, dass viel mehr dahinter steckt und auch Lewis sein Päckchen zu tragen hat. Die Entwicklung beider Charaktere hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Ein absoluter Wohlfühlroman!

Mir bleibt nicht viel mehr zu sagen als: Lest dieses Buch! Es ist die perfekte Lektüre für warme Sommertage. Ein Sommer und vier Tage, oder auch: Ein Road-Trip, die erste große Liebe und viele unvergessliche Momente. Eine Urlaubslektüre, die in keinem Koffer, in keiner Strandtasche fehlen darf.

Ein Sommer und vier Tage hat mir unglaublich Lust auf eine Reise nach Italien und vor allem auf einen Road-Trip gemacht. Unser Sommerurlaub für dieses Jahr ist noch nicht abschließend geplant, also warum eigentlich nicht?