Ihr Lieben, ich freue mich sehr, dass wir heute mit einem neuen Update in den Sonntag starten. Nachdem ich in der ersten Monatshälfte und vor allem im Vormonat ein wenig von meiner Lesefreude eingebüßt habe, kommt meine Motivation gerade wieder zurück. Endlich! Denn, seien wir ehrlich – für uns Leser gibt es kaum etwas Schlimmeres, als akute Lese-Unlust, oder? Auch, wenn ich gelesen habe, fühlte es sich nicht danach an. Egal, welches Buch ich zur Hand nahm, ich konnte nicht richtig abschalten, mich nicht vollständig auf den Roman konzentrieren, die Geschichte nicht wirklich genießen. Das ist einfach schrecklich und umso mehr freut es mich, dass diese Phase nun beendet zu sein scheint. Schauen wir uns meine gelesenen Bücher in der letzten Woche doch einmal an.

Seitenreich durch den Juni

Spätestens seit der Monatsmitte ist meine Lesefreude zurück und ich könnte nicht glücklicher sein. Ich habe den neuen Musso gelesen (Rezension findet ihr hier), mit Janika zusammen den neuen Roman von Ian McEwan, Maschinen wie ich und schließlich noch Meine geniale Freundin von Elena Ferrante beendet, das bei mir nun beinahe 2 Monate auf dem Nachtisch lag. Ich weiß nicht, wie das passiert ist, aber es fühlt sich unglaublich gut an.

Ich bin großer Fan von Mussos Romanen und ich habe mich wirklich sehr auf Die junge Frau und die Nacht gefreut. Es ist wieder ein Krimi und ich muss sagen: War ich anfangs noch ein wenig skeptisch, freue ich mich mittlerweile sehr über jeden neuen Krimi von ihm. Spannung erzeugen und fiese Cliffhanger erschaffen kann er nämlich ziemlich gut. Außerdem hält Die junge Frau und die Nacht eine Besonderheit bereit: Es ist Mussos erster Roman, der in Antibes an der Côte D’Azur spielt. Nachdem seine Romane häufig in New York – der Stadt, in der alles möglich scheint – oder in Paris spielen, freue ich mich, dass diesmal der Ort seiner Kindheit als Schauplatz ausgewählt wurde. Das merkt man dem Roman auch an. Man spürt, wie viel Herzblut Musso in die Geschichte hat einfließen lassen, der Schreibstil mit seinen detaillreichen Beschreibungen ist unglaublich mitreißend.

Ich möchte hier gar nicht so viel verraten, denn detaillierte Einblicke in die Handlung und vor allem wie mir der neue Musso gefallen hat, könnt ihr in meiner Rezension nachlesen.

Im Anschluss daran habe ich Maschinen wie ich von Ian McEwan gelesen. Darauf freute ich mich aus zwei Gründen ganz besonders: Der Klappentext verspricht eine Geschichte über Robotik und Künstliche Intelligenz, was ich persönlich ausgesprochen spannend finde. Aber vor allem war dieser Roman ein Buddy-Read mit der lieben Janika und das machte die Lektüre für mich – unabhängig vom Inhalt – direkt zu etwas ganz Besonderem. Denn ich wusste bereits vor der ersten gelesenen Seite, dass wir unglaublich viel über das Buch sprechen und verschiedene Möglichkeiten und Ansichten diskutieren würden und ich freute mich sehr darauf.

Tatsächlich dauerte es nicht lange, bis wir uns erste Sprachnachrichten schickten. Noch bevor der erste von uns eingeteilte Leseabschnitt zu Ende war, hatte ich das Bedürfnis, mich mit Janika auszutauschen. Ich merkte schon nach nicht einmal 50 Seiten, dass wir mit Maschinen wie ich die perfekte Lektüre für das gemeinsame LEsen herausgesucht haben.

Da ich in den nächsten Tagen meine Leseeindrücke niederschreiben und auf dem Blog veröffentlichen werde, möchte ich noch gar nicht auf den Inhalt eingehen oder einzelne Aspekte thematisieren. Vielleicht nur so viel dazu: Der Roman hat gemischte Gefühle bei mir hinterlassen. Ich kann noch gar nicht sagen, ob mir Maschinen wie ich letztendlich gefallen hat oder nicht. Ich schätze, es wird etwas in der Mitte davon sein, es gab Stärken, keine Frage, aber mich haben auch einige Dinge gestört. Für alle, die jetzt neugierig geworden sind: Meine Rezension mitsamt ausführlichen Leseeindrücken folgt bald.

Über mein nächstes gelesenes Buch freue ich mich ganz Besonders, einfach weil es mittlerweile beinahe 2 Monate auf meinem Nachttisch lag und darauf wartete, endlich von mir weitergelesen zu werden. Ich weiß gar nicht, wieso ich an Meine geniale Freundin so lange gelesen habe, denn ich war wirklich vorfreudig auf die neapolitanische Saga und die letzten 150 Seiten, die ich jetzt über das verlängerte Wochenende gelesen habe, waren wirklich schön und haben mich neugierig auf den nächsten Band gemacht. Aber dazwischen herrschte irgendwie eine ziemlich große Flaute. Ich kann mir das irgendwie nicht erklären.

Ich habe bereits bei anderen Romanen beobachtet, dass mich die Kindheitsjahre in Erzählungen meist am wenigstens interessieren, vermutlich, weil ich hier die wenigsten Parallelen zu meinem Leben sehe und ich die Angewohnheit habe, automatisch Verbindungen herstellen zu wollen oder zumindest Anhaltspunkte suche, um mich mit dem Gelesenen zu identifizieren. In Meine geniale Freundin – Ein Porträt einer Kindheit im Italien der 1950er Jahre – geht es unglaublich brutal zu und das war für mich ein wenig befremdlich. Erst, als Elena und auch Lila älter wurden, hat mich die Geschichte abgeholt und mitgerissen und jetzt überlege ich, ob ich den nächsten Band lesen möchte oder nicht. Wird er auch wieder seine Längen haben und mehrere Monate auf meinem Nachttisch darauf warten, von mir gelesen zu werden oder werde ich es diesmal ohne Unterbrechungen lesen? Ich bin mir noch nicht sicher..

Geburtstag im Hessenpark

Ich habe euch im letzten literally update ja bereits erzählt, dass Stefan und ich geplant haben, in diesem Sommer (und vermutlich darüber hinaus) einige Ausflüge in und um Hessen zu unternehmen, um unsere Heimat fernab von Universität & Büroalltag zu erkunden. Am letzten Freitag war es soweit: Wir waren gemeinsam mit meiner Mama im Hessenpark in Neu-Anspach und es war wunderschön.

Normalerweise ist das Wetter an meinem Geburtstag wirklich miserabel, sodass ich mittlerweile schon Expertin darin bin, abwechslungsreiche Indoor-Aktivitäten zu finden. Ganz im Ernst, an mindestens 75% meiner Geburtstage regnete, stürmte oder gewitterte es. Doch diesmal hatten wir tatsächlich bestes Wetter, um den Tag draußen zu berbringen. Wir entschieden uns für ein Freilichtmuseun, in dem wir die verschiedenen Stationen unter freiem Himmel erkunden und die Natur genießen konnten. Es war nicht zu heiß und nicht zu kalt, außerdem war es trocken – kurz: Es war einfach herrlich!

Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir gen Taunus gefahren und bereits die herrliche Landschaft, die man auf der Fahrt dorthin beobachten kann, hat mich sofort in Urlaubsstimmung versetzt. Berge, Wälder, grüne Wiesen so weit das Auge reicht, mehr brauche ich nicht, um glücklich zu sein. Nachdem man den Eingang des Hessenparks passiert hat, steht man auf dem großen eindrucksvollen Marktplatz. Jedes Mal, wenn ich hier stehe, komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Brunnen in der Mitte, die im Quadrat angeordneten Fachwerkhäuser außen herum, das sieht einfach unglaublich schön aus.

Am Freitag waren wir zum ersten Mal im Hessenpark, ohne dass dort eine Veranstaltung stattfand. Normalerweise besuchen wir den Park, wenn dort Pflanzen- oder Ostermarkt oder Erntefest mit Herbstmarkt (mein Favorit) ist. Aber auch sonst gibt es hier Allerlei zu entdecken und genau das haben wir vergangenen Freitag getan. Gemeinsam mit Mama und ihrem Hund haben wir die verschiedenen Baugruppen – Nord-, Ost-, Mittel-, Südhessen und Rhein-Main – besucht und sind durch die verschiedenen historischen Gebäude geschlendert. Neben Handwerksbetrieben wie einer Schmiede, einer Druckerei oder einem Backhaus, gibt es auch öffentliche Gebäude wie die Post oder die Dorfschule zu entdecken. Ich finde das alles unglaublich spannend und freue mich jedes Mal, wenn wir dorthin fahren. Mein absoluter Favorit ist und bleibt aber die Mühle mit den auf der umliegenden Wiese weidenden Eseln. Hier könnte ich stundenlang stehen und die Langohren streicheln.

Auf dem Nachhauseweg haben wir uns in der Bäckerei im Hessenpark, die noch traditionell backt, mit Kuchen und Rosinenbrot eingedeckt und haben den Abend gemütlich auf der Terrasse ausklingen lassen. Wir haben gegrillt und im Anschluss kam auch direkt eines meiner Geschenke zum Einsatz: Wir haben bis tief in die Nacht Scrabble gespielt.