Habt ihr auch das Gefühl, als verginge die Zeit momentan besonders schnell? Meine Wochen sind in letzter Zeit sehr turbulent, unglaublich ereignisreich und vor allem viel zu kurz. Ich bin nahezu pausenlos unterwegs, renne von einem Termin zum nächsten und habe das Gefühl, nicht mehr zur Ruhe zu kommen. Denn es passiert gerade einfach unsäglich viel, gefühlt befindet sich bei mir gerade alles im Umbruch. All das meine ich aber auf eine positive Art und Weise, es sind positive Veränderungen, die mir schon jetzt einige glückliche Momente beschert haben.

Vor allem bedeuten die vielen Bahnfahrten, die ich in letzter Zeit antrete, zusätzliche Lesezeit, was sich schon jetzt in meinem Lesemonat niederschlägt. Ich glaube, ich habe in diesem Jahr und wahrscheinlich auch sonst noch nie in einem Monat so viel gelesen. Und wir haben erst den Elften. Zugegeben, es befinden sich auch einige Kinderbücher unter meinen gelesenen Büchern, aber Buch ist Buch und gerade lese ich in meinem 9. Buch. Das neunte Buch! 9! Unglaublich, oder?

Aktuelle Lektüren

Nachdem ich in der letzten Woche mein erstes Buch von Agatha Christie gelesen habe – es war Mord im Orientexpress – war ich ziemlich angetan von britischen Kriminalgeschichten und wollte unbedingt sofort weiterlesen. Also durchstöberte ich das Internet, befragte Twitter, ob die Reihenfolge bei den Romanen von Christie entscheidend sei, habe kurzerhand eine lebhafte Diskussion entfacht und mich schlussendlich für ein Weihnachtsbuch von ihr entschieden – Hercule Poirots Weihnachten. Ein kleiner Kompromiss, denn ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich die Reihe um Poirot oder doch Miss Marples Fälle zuerst lesen sollte. So entschied ich mich für einen Weihnachtskrimi, den ich – hoffentlich – außerhalb der Reihen lesen kann.

Gestern fande das Schmuckstück den Weg zu mir, doch ich konnte so lange nicht warten, meine Neugierde war geweckt. So griff ich zu einem Buch von Anne Perry, das ich vor geraumer Zeit einmal aus dem Bücherschrank mitgenommen habe. Wie ich herausgefunden habe, ist Das Grab in der Themse zwar der 20. Fall des Ermittlers William Monk, doch das war mir egal. Der Klappentext klang vielversprechend und ich wollte unbedingt reinlesen.

Ungefähr ein Viertel des Buches liegt nun hinter mir und ich muss sagen, dass es mir wirklich außerordentlich gut gefällt. Vielleicht sind britische Detektivromane genau jene Bücher, auf die ich schon mein Leben lang warte, ohne es zu wissen? Das wäre doch möglich. Freue mich schon sehr, weitere AutorInnen und Detektivromane zu entdecken.

Außerdem habe ich gestern auf der Bahnfahrt in die Heimat in meinem E-Book von Émile Zola, Das Paradies der Damen, weitergelesen. Ich bin jetzt bei 44%, was ungefähr 140 Seiten entsprechen sollte. Nachdem ich im Sommer die Serie The Paradise auf Netflix gesehen habe, die im weitesten Sinne eine Adaption von Zolas Paradies der Damen ist, und mir die Serie unwahrscheinlich gut gefallen hat, wollte ich mir die Vorlage einmal unter die Lupe nehmen.

Auch, wenn es doch einige gravierende Unterschiede zwischen dem Roman und der Serie gibt, gefällt mir Zolas Roman wirklich gut und ich möchte unbedingt weiterlesen. Wenn man der Anzeige des Kindles Glauben schenken kann, verbleiben noch ungefähr 5 Std. 30 Minuten Lesezeit in Das Paradies der Damen. Das sollte zu schaffen sein, oder was meint ihr?

Kindheitserinnerungen werden wach: Hallo Bibliotheksausweis

Einige von euch werden es wohl schon in den Insta Stories und auch auf Twitter gesehen haben, dass ich mir in der letzten Woche einen Bibliotheksausweis für die Stadtbibliothek habe ausstellen lassen. Nachdem ich als Kind in der örtlichen Bibliothek meines Heimatdorfes Stammgast war, hat sich das mit den Jahren verlaufen. Als ich mein Studium aufgenommen habe, habe ich nur noch die Universitätsbibliothek aufgesucht – aber natürlich aus einem völlig anderen Grund.

Das wollte ich nun ändern und bin am Montag ziemlich spontan zu unserer Stadtbibliothek gefahren, habe mir einen Ausweis ausstellen lassen und habe begonnen zu stöbern. Tatsächlich war ich vom Angebot ein wenig enttäuscht, einzig die Kinder- und Jugendbibliothek konnte mich (halbwegs) überzeugen, hier habe ich mir zwei Titel mitgenommen.

Am Abend wollte ich die Onleihe testen und bin leider – obwohl ich in solchen Dingen eigentlich ziemlich fit bin – überhaupt nicht mit dem Online-Portal der Bibliothek zurecht gekommen. Die Angaben waren lückenhaft, fehlerhaft und unvollständig. Für mich war also klar, damit kann ich nicht arbeiten. Entweder stöbere ich vor Ort durch die Reihen oder nehme das Angebot nicht wahr.

Eine ziemlich ernüchternte Erkenntnis, hatte ich mich doch schon so darauf gefreut. Am nächsten Tag kam mir der rettende Einfall: Ich versuche mein Glück bei der Stadtbücherei in Frankfurt. Dort gibt es, neben der Zentralbibliotek sowie den Stadtteil-Bibliotheken, eine komplette Kinder- und Jugendbibliothek, kann man mich glücklicher machen? Ich bin nach Bornheim gefahren und habe mich direkt in die Auswahl verliebt und wusste, hier möchte ich in Zukunft meine Bücher ausleihen. Nachdem ich 2 Stunden in der Bibliothek verbracht habe und mir einen Überblick verschaffen konnte, habe ich die Bibliothek mit 4 Büchern und einem Glücksgefühl im Gepäck verlassen.


Ich hoffe, dass mein Lesemonat weiterhin so freudig verlaufen wird und ich noch viele schöne Bücher lesen werde. Außerdem freue ich mich auf meine nächsten Bibliothektsbesuche und kann es kaum erwarten, welche Buchschätze ich dort noch alles finden werde.

Wie steht ihr zu Bibliotheken? Habt ihr einen Bibliotheksausweis, geht ihr regelmäßig hin und stöbert durch die Reihen oder kauft ihr eure Bücher lieber selbst? Hattet ihr als Kind einen Ausweis für die Bücherei und seid ihr auch nach der Schule immer vorbeigegangen, um euch mit Lesestoff fürs Wochenende einzudecken? Erzählt ein bisschen!