Nanu, der Juni ist schon wieder vorbei und mein letztes Leseupdate ist auch schon wieder ein wenig her. Zeit, euch auf den neuesten Stand meiner currently readings zu bringen. Außerdem möchte ich euch erzählen, was bei mir momentan privat – hinter den Kulissen sozusagen – passiert und wieso es gerade auf dem Blog so still ist. Ihr werdet es sicher bemerkt haben, der Juni ist mit Abstand mein schwächster Blogmonat, aber das ist vollkommen in Ordnung. Ich sehe darin keinen Grund zur Besorgnis.

Annie Darling – Der kleine Laden in Bloomsbury

Auf dieses Buch habe ich mich wahnsinnig gefreut, einfach weil das Setting für mich perfekt klingt. Der Klappentext verspricht mir eine kleine Liebesgeschichte, es kommt eine Buchhandlung vor und überhaupt: Es spielt in England. Das alles sind Dinge, die ich sehr gerne mag und wenn sie miteinander kombiniert werden, kann es nur gut werden, oder?
Naja, vielleicht. Natürlich erwarte ich keine hochintellektuelle Lektüre, in der die grundlegenden Fragen des Lebens hochwissenschaftlich analysiert werden – gewiss nicht. Aber ich habe ein Problem mit Sebastian. Für mich ist er ein arroganter, selbstgefälliger Schnösel, der Frauen schlecht behandelt und nur für seine Vorteile (aus)nutzt. Das ist respektos, rücksichtslos und einfach nicht mein Ding.

Umso trauriger macht es mich, dass mir die Story davon abgesehen wirklich gut gefällt. Posy, die Protagonistin, ist für mich eine Powerfrau, die sich mit 28 Jahren und als Vollwaise aufopferungsvoll um ihren pubertierenden Bruder kümmert. Sie hat ihr Leben selbst noch nicht in geordnete Bahnen gebracht, kümmert sich aber wirklich vorbildlich um ihren kleinen Bruder. Und dann erbt sie noch eine Buchhandlung und wieder steht ihr Leben Kopf. Sie weiß noch nicht, ob Bookends, die Buchhandlung, ihr Leben retten oder die Misere nur vergrößern wird. Die Story hat Potential.

Ich habe gestern Abend bis Seite 231 gelesen und bin damit ungefähr bei der Hälfte des Buches angekommen. Wie zu erwarten war, wird Sebastian gerade aus noch nicht nachvollziehbaren Gründen netter zu Posy. Das ist kein Spoiler, das ist der ganz normale Verlauf solcher Liebesromane – und ehrlichgesagt weiß ich nicht, ob ich begrüße, das sie das zulässt. Aber vielleicht tut sie das auch überhaupt nicht. Ich werde fleißig weiterlesen.

Bisher sieht es aber nicht so aus, als ob ich zum zweiten Band der Reihe greifen werde. Aber ich habe noch gut die Hälfte des Buches vor mir, es ist also noch genügend Zeit, mich umzuhauen und vom Gegenteil zu überzeugen.

Erin Benzakein – Mein wunderbarer Blumengarten

Von diesem Buch bin ich bisher wirklich restlos begeistert. Ich habe es nun schon des Öfteren in den Instagram Stories oder auf Twitter gezeigt, einfach weil ich es so toll finde. Bisher habe ich Bildbänden eine nicht so große Beachtung geschenkt, Mein wunderbarer Blumengarten hat das aber definitiv geändert. Ich bin mittlerweile ganz verrückt nach Bildbänden und durchforste die Verlagsseiten nach weiteren interessanten Bildbänden. Und psst – Ich habe zum Geburtstag auch welche bekommen. Ich werde sie euch in einem gesonderten Post vorstellen, denn insgesamt habe ich – kleiner Spoiler – 17 Bücher geschenkt bekommen. Mein Bücherherz schlägt höher.

In Mein wunderbarer Blumengarten geht es um Florets Flower Farm, die, wie der Name schon sagt, Schnittblumen verkauft und in diesem Bildband viele Tipps & Tricks für den eigenen Schnittblumengarten versammelt. Neben einem Kapitel mit Grundlagen, ist das restliche Buch in die 4 Jahreszeiten eingeteilt und dort werden dann die Arbeiten und Blumen der entsprechenden Jahreszeit vorgestellt.

Auch, wenn ich selbst nur eine kleine Terrasse habe und in diesem Jahr ausschließlich Kräuter, Salat und Tomaten anpflanze, fasziniert mich dieses Buch und ich lese es wie einen normalen Roman. Ich lese mir jedes Pflanzenporträt durch, jeden Pflegehinweis und sämtliches Garten-Know-How. Einfach, weil ich dadurch das Gefühl habe, ein Jahr auf der Farm selbst mitzuerleben. Aktuell befinde ich mich im Sommer, auf Seite 129 und die nächsten Pflanzenporträts stellen zwei meiner Lieblingsblumen vor – das Schmuckkörbchen und die Dahlie.

Der Juni, ein fast blogfreier Monat

Ok, ok – blogfrei ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber verglichen mit den Vormonaten ist es hier gerade wirklich still. Vielleicht ist dies das berühmte Sommerloch, von dem man gerne spricht. Obwohl ich sagen muss, dass es der Juni für mich privat in sich hatte – und das meine ich auf eine gute Art. Ich habe so viel unternommen, wie lange nicht mehr. Ich habe zahlreiche schöne Stunden und Momente verbracht und wirklich wundervolle Erinnerungen gesammelt.

Außerdem ist der Juni für mich aus zwei Gründen immer ein ganz besonderer Monat. Wir haben unseren Jahrestag und ich habe Geburtstag. In diesem Jahr haben wir unseren 6. Jahrestag und ich meinen 30. Geburtstag gefeiert. Wir haben beides klein, aber nicht weniger herzlich gefeiert. Insgesamt waren dies zwei wirklich wunderschöne Tage.

Theater, Oper & Ausflüge – volles kulturelles Programm

Vor zwei Wochen waren wir mit Freunden im Schauspiel in Frankfurt und haben uns Emilia Galotti angesehen. Vermutlich werden viele von euch nun aufschrecken und an ihre Schulzeit erinnert werden – und an diese fiesen kleinen gelben Heftchen von Reclam. Doch ich kann euch beruhigen – auch, wenn es mir bis zur Aufführung selbst nicht bewusst war, ist die Inszenierung von Emilia Galotti am Schauspiel sehr modern. Für manche vielleicht ein wenig zu modern, aber ich habe die Aufführung sehr genossen. Im Anschluss daran waren wir noch in Sachsenhausen, dem berühmten Kneipenviertel Frankfurts, um den Abend mit einem erfrischenden Drink ausklingen zu lassen.

Vergangenes Wochenende waren wir sehr spontan in der Alten Oper in Frankfurt. Auch, wenn ich nun schon bald 10 Jahre hier wohne, war dies mein erster Besuch in der Alten Oper. Wir haben uns die Rocky Horror Show angesehen und ich gestehe – ich habe nicht gewusst, was mich da erwartet. Ich bin völlig unvorbereitet in dieses Musical gegangen und vielleicht ist das oft genau das Richtige.
Wie gesagt, es war eine spontane Aktion. Am Abend zuvor wurden wir von den Eltern meines Freundes gefragt, ob wir denn Lust hätten, am nächsten Tag die Rocky Horrow Show in der Alten Oper zu sehen. Sie hätte Karten gewonnen, doch sie sind nach dreiwöchiger Kreuzfahrt gerade erst aus New York zurückgekommen und der Jetlag würde ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. So haben wir kurzerhand die Karten übernommen und hatten wirklich einen wunderschönen Abend. Noch Tage danach habe ich let’s do the time warp again mitgesummt und ich habe gesehen, wie mein Freund gegoogelt hat, ob es einen „Soundtrack“ des Musicals gibt. Muss man mehr sagen?

Außerdem waren wir auf der Saalburg. Ein kleiner, feiner Ausflug, der mir wirklich sehr gut gefallen hat. Auch, wenn wir schon ziemlich oft daran vorbeigefahren sind – denn das Römerkastell Saalburg liegt auf dem Weg zum Hessenpark -, haben wir nie dort gehalten und es uns angesehen. Ein großer Fehler. Als wir mit dem Rundgang auf der Saalburg fertig waren, haben wir auf dem Wanderweg zum Limes beschlossen, dass wir solche Ausflüge nun öfter machen werden, einfach weil wir so viel Freude daran haben. Ich freue mich schon sehr!

Und dieses Wochenende? Kino!

In der letzten Woche (genau an meinem Geburtstag!) habe ich Kinokarten für Am Strand bei Diogenes gewonnen. Dies ist eine Literaturverfilmung vom gleichnamigen Buch von Ian McEwan, in der Saoirse Ronan – meine Lieblingsschauspielerin – die Hauptrolle übernimmt. Heute Abend werden wir zuerst eine Kleinigkeit essen gehen und uns im Anschluss daran den Film ansehen. Vorfreude pur!

Bis dahin werde ich es mir auf der Terrasse gemütlich machen. Es ist schon jetzt am Vormittag unfassbar heiß draußen, sodass ich heute nur lesen und schon einmal grob den Blogmonat Juli planen werde. Dass es aktiver als im Juni wird, kann ich noch nicht versprechen, aber ich habe noch eine Handvoll Leseeindrücke, die verfasst werden wollen und auch sonst habe ich noch die ein oder andere Idee für einen Blogpost. Seid also gespannt!