Als Buchblogger verfällt man oft in die Routine, ausschließlich über die Bücher zu schreiben, die man aktuell liest oder erst kürzlich beendet hat. Oft sind dies dann noch Bücher aus den aktuellen Programmen der Verlage. Dies hat zur Folge, dass ältere Bücher ein wenig in Vergessenheit geraten, obgleich man die Lektüre sehr genoss und sie vielleicht sogar zu den eigenen Lieblingsbüchern zählen.

Diese Entwicklung finde ich – und auch Janika von Zeilenwanderer – ziemlich schade. Deswegen haben wir gemeinsam ein neues Format ins Leben gerufen, das sich mit unseren Lieblingsbüchern beschäftigen soll. Egal ob brandaktuell oder schon ein älteres Buch, ob Thriller, Fantasy oder Liebesgeschichte – hier dreht sich alles um unsere Herzensbücher.

Dies soll ein monatliches Format sein, das für den 20. eines jeden Monats angedacht ist, gerne aber schon ein paar Tage früher oder auch später erscheinen darf.
Darüber hinaus soll es keine klassische Buchbesprechung werden, sondern vielmehr ein kurzer, knackiger Beitrag mit einer Maximallänge von 500 Wörtern, aus dem hervorgehen soll, wieso es ein Herzensbuch ist und wieso es einen Ehrenplatz im Bücherregal erhalten hat.

Und weil solche Formate vom Miteinander leben, seid ihr dazu eingeladen, gerne an dieser Aktion teilzunehmen und uns monatlich eure Herzensbücher zu zeigen.
Dabei ist es egal, ob auf dem eigenen Blog oder auf Instagram oder Twitter – wichtig ist nur, dass ihr in den sozialen Netzwerken den Hashtag #Herzensbücher verwendet und uns in eurem Blogbeitrag verlinkt und das Schlagwort „Herzensbücher“ setzt. Sonst können wir eure Beiträge nicht finden und das wäre schade. Gerne könnt ihr auch unter unseren Herzensbücher-Beiträgen in den Kommentaren eure Beiträge verlinken.

Also, welche Bücher bekommen bei euch einen Ehrenplatz im Regal?

NICOLA YOON – EVERYTHING, EVERYTHING

Zugegeben, mein Herzensbuch in diesem Monat ist vielleicht ein wenig untypisch für mich, denn normalerweise ist Young Adult/New Adult nicht mein präferiertes Genre. Durch eine Leseprobe bin ich Anfang vergangenen Jahres auf Alice Oseman und ihre zwei wundervollen Romane Solitaire und Radio Silence aufmerksam geworden. Nachdem ich diese beiden Bücher innerhalb weniger Tage regelrecht verschlungen habe, habe ich nach ähnlicher Literatur gesucht und bin auf Nicola Yoon aufmerksam geworden.

Weil ich mich nicht entscheiden konnte, ob ich The sun is also a star oder Everything, Everything von ihr lesen möchte, habe ich mir kurzerhand beide Bücher bestellt. Obwohl mir alle vier Bücher insgesamt sehr gut gefallen haben, ist mir Everything, Everything besonders im Kopf geblieben.

Ich habe das Buch auf englisch gelesen, im Deutschen heißt es übrigens Du neben mir und wurde im vergangenen Jahr sogar verfilmt. Es handelt von Maddy, einem Mädchen, das aufgrund ihrer Immunschwäche-Erkrankung das Haus nicht verlassen darf und die Außenwelt nur durch ihr Zimmerfenster beobachten kann. So entdeckt sie auch den Nachbarsjungen Olly, der frisch in das Haus nebenan eingezogen ist und sein Zimmer genau gegenüber bezieht.

So treten Maddy und Olly über Textnachrichten in Kontakt. Zunächst sind es Botschaften auf Papier, die sie gegen die Fensterscheibe halten, später kommunizieren sie über E-Mail. Es entsteht eine intensive Beziehung zwischen den beiden. Doch wie soll es mit ihnen weitergehen, wenn Maddy aufgrund ihrer Erkrankung weder das Haus verlassen, noch Besuch empfangen darf?

Mir ist Maddy direkt ans Herz gewachsen und ich hatte direkt einen besonderen Draht zu ihr. Gleichzeitig habe ich bereits während des Lesens darüber nachgedacht, was Maddy alles nicht erleben wird. Die Welt außerhalb ihres hermetisch abgeschotteten Zuhauses ist ihr völlig fremd, sie hat noch nie frische Luft geatmet oder die Sonne auf ihrer Haut spüren können. Dinge, die von außen in das Haus eingeschleust werden, werden erst einer aufwändigen Prozedur unterzogen, um sicherzugehen, dass sie keimfrei sind. Für mich ist das alles sehr schwer vorstellbar.

So geht es auch Olly, dem Nachbarsjungen, der (zuerst) nicht versteht, wieso Maddy das Haus nicht verlässt und er sie nicht besuchen kann. So wird er, nachdem er sich als neuer Nachbar vorstellt, prompt von der Mutter an der Tür abgewiesen. Sein mitgebrachter Kuchen wird nie in das Innere des Hauses gelangen.

Das große Verdienst dieses Buches ist es meiner Meinung nach, dass man durch den Klappentext in keiner Weise darauf vorbereitet wird, was in diesem Buch passiert. Man vermutet eine kleine Liebesgeschichte zwischen Maddy und Olly. Doch es ist so viel mehr.
Ich weiß nicht, ob es nur mir so erging, aber ich habe tatsächlich bis kurz vor Ende des Romans nicht geahnt, wie die Geschichte um Maddy und Olly enden und was sie alles aufdecken wird.

Alles in allem ist es ein Roman, der mir bis heute – ein Jahr nachdem ich ihn gelesen habe – im Kopf geblieben ist und ich darüber nachdenke, ihn noch einmal zu lesen.

Welches Buch Janikas Herzensbuch in diesem Monat ist, könnt ihr hier nachlesen.