Heute ist der Zwanzigste des Monats und das bedeutet: Es ist wieder Zeit für Herzensbücher! Es ist unglaublich zu sehen, wie sich dieses Format bisher entwickelt hat. Zunächst war es ein bloßer Gedanke, den sich zwischen mir und Janika in unseren zahlreichen Gesprächen entwickelte. Nach kurzer Zeit wurde aus diesem Gedanken eine fixe Idee, Ziemlich schnell haben wir dann #Herzensbücher ins Leben gerufen, das Format, das sich um unsere – und natürlich auch eure – Lieblingsbücher drehen soll. Hier soll es ausschließlich um Bücher gehen, die uns glücklich machen.

Ich war mehr als aufgeregt, zu sehen, wer unter dem Hashtag Herzensbücher seinen Buchschatz vorstellen würde. Dass es schlussendlich so viele werden, damit hätte ich nicht gerechnet. Die ersten Beiträge, die ich – neben Janikas monatlichen Postings – zu Herzensbücher entdeckt habe, sind im Mai letzten Jahres angesiedelt. Das war auch der Zeitpunkt, an dem ich realisierte, dass sich das Format in unserer Filterbubble ausgebreitet und andere Blogger dazu animiert hat, über ihre Lieblingsbücher zu schreiben. Ich war glücklich!

Seitdem haben Ida, Ricarda und Lisa über ihre Herzensbücher gesprochen. Aber auch Jamie, Jenny und Mila verraten auf ihren Blogs, welche Lieblingsbücher sich in ihren Bücherregalen tummeln. Auch Josia, Anna und Elizzy haben bereits unter dem Hashtag über ihre Buchschätze geschrieben. Ich hoffe, dass es in diesem Jahr noch viele weitere #Herzensbücher-Beiträge geben wird. Denn was gibt es Schöneres, als sich über Lieblingsbücher auszutauschen?

Herzensbücher im Überblick

Bevor ich euch mein Herzensbuch im Januar vorstelle, möchte ich zunächst aber noch in wenigen Worten erklären, wie ihr am Format Herzensbücher teilnehmen und eure Lieblinge vorstellen könnt.

  • Wir stellen unsere Herzensbücher zum 20. eines jeden Monats vor. Egal ob auf dem eigenen Blog, auf Instagram oder Twitter. In den sozialen Netzwerken benutzt den Hashtag #Herzensbücher.
  • Schreibe frei darüber, wieso dieses Buch ein Herzensbuch ist.
  • Der Beitrag soll maximal 500 Wörter umfassen. Dieses Format soll kurz und knackig sein.
  • Verlinkt Janika und mich in euren Beiträgen und erklärt das Format kurz.
  • Habt Spaß und verteilt die Liebe der Herzensbücher in der Welt!
Agatha Christie – Mord im Orientexpress

Mir wird jeden Monat aufs Neue bewusst, wie sehr dieses Format mich herausfordert. Auf eine gute Art. Jeden Monat stehe ich aufs Neue vor meinem Bücherregal und überlege, wo sich hier ein Herzensbuch von mir befindet. Welches Buch ist es, bei dem mich allein durch den Anblick ein Glücksgefühl durchströmt? Welches Buch nehme ich zur Hand und weiß noch ganz genau, wie glücklich es mich bei der Lektüre gemacht hat? Genau diese Bücher suche ich jeden Monat erneut.

Diesmal ist meine Wahl auf Mord im Orientexpress von Agatha Christie gefallen. Meine Leidenschaft für Kriminalliteratur bzw. Detektivgeschichten ist noch ganz neu. Erst im Herbst habe ich besagtes Buch gelesen und direkt in mein Herz geschlossen. Es ist mein erster Roman von Agatha Christie, aber definitiv nicht mein letzter. Ich bin begeistert von der Art, wie Christie erzählt. Obwohl ein Mord passiert ist, strahlt das Buch die ganze Zeit hindurch eine derartige Ruhe aus, das beeindruckt mich wirklich sehr. Alles wirkt geordnet, routiniert. Ich empfinde dieses Ruhige, dieses Bedachte wirklich als unglaublich angenehm. Während des Lesens fühlt es sich für mich so an, als säße ich tatächlich auch in diesem überhitzten Zug und versuche herauszufinden, wer der Mörder ist.

Mit Mord im Orientexpress verbinde ich aber viel mehr als nur einen tollen Krimi. Dieser Roman ebnet mir den Weg in ein Genre, das von mir bisher völlig unbeachtet blieb und ehrlichgesagt verstehe ich nicht, woran das liegt. Mir gefällt die Detektivarbeit, dieses durchdachte Handeln, sehr. Jeder Satz wirkt bedeutungsschwanger und unglaublich klug gewählt. Als Leser bin ich versucht, in jeder Frage eine Falle zu sehen, die den Täter überführen soll. Als Krimiautor muss man, um eine gute Story abzuliefern, sein Handwerk beherrschen und genau das tut Agatha Christie in meinen Augen. Ihr Sprachgefühl ist einzigartig und lässt ihre Krimis dadurch zu Page-Turnern werden.

Außerdem mag ich es, dass man weiß, worauf man sich mit der Lektüre einlässt – gemeinsam mit Poirot sucht man den Mörder. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der Handlungsort ist von Beginn an festgelegt, es gibt – zumindest in dieser Hinsicht – keine bösen Überraschungen. Ehrlichgesagt finde ich das sehr schön.

Nach der Lektüre von Mord im Orientexpress bin ich mir fast sicher: Der Krimi mit seinen Detektivgeschichten ist das Genre, das auf mich gewartet zu haben scheint und ich bin mehr als froh, es endlich für mich entdeckt zu haben.