Mein Blog wird heute drei Monate jung und zugegeben, es ist viel zu früh, um irgendein aussagekräftiges Resümee zu ziehen. Bist du in der Blogger-Welt angekommen? Wird es regelmäßige Reihenbeiträge geben? Auf welchen Social-Media-Kanälen bekomme ich deine Updates? Das sind Fragen, die ich wahrlich noch nicht beantworten kann und dennoch möchte ich mit diesem Beitrag genau dies tun – ein Fazit ziehen, zumindest für mich. Denn in diesen drei Monaten habe ich viel gelernt – über mich, über mein Leseverhalten und was ich zukünftig von mir und meinem Blog erwarte.

Es waren drei Monate mit zahlreichen Lesestunden, ich habe in einige Genres hineingeschnuppert, die ich für gewöhnlich gar nicht konsumiere. Dies ist selbstverständlich auch den Rezensionsexemplaren geschuldet, denn seien wir ehrlich – als Buchlogger liest man anders als ein „gewöhnlicher Leser“ dies tut. Als Blogger sitzt man gewissermaßen an der Quelle, man ist nur eine Anfrage von dem allerneuesten Bestseller entfernt. Und dies ist zweifelsohne attraktiv und verlockend, gerade als Blogger-Neuling.
Auch ich habe in den letzten Monaten Rezensionsexemplare angefragt. Nachdem im September meine ersten eintrafen, konnte ich es kaum erwarten, sie zu lesen und zu rezensieren. Und ich muss auch zugeben, es macht mir bis heute Spaß. Und doch hat sich mein Verhalten (und vielleicht auch mein Bewusstsein) diesbezüglich bereits nach drei Monaten geändert.

3 Monate Querbeet-Leserei – Meine Erfahrungen

Auf dem Foto oben sieht man einige Bücher (nicht alle), die ich diesen Herbst gelesen habe. Es sind einige Rezensionsexemplare unter meinen Herbstbüchern, denn natürlich ist es nicht bei meinen beiden ersten geblieben. Ich möchte nicht sagen, dass ich meine Buchauswahl in diesem Herbst bereue, denn dies wäre nicht richtig. Vielmehr habe ich aufgrund der gelesenen Bücher herausgefunden, wo meine Prioritäten liegen, was ich zukünftig meiden möchte und worauf ich meinen Fokus richten möchte.

Damit dieser Beitrag nicht ausartet – denn es sollte ein kurzes Fazit werden – bringe ich es direkt auf den Punkt. Ich habe entschieden zu viel mittelmäßige Trivialliteratur konsumiert. Oft hatte ich bei meinen Herbstbüchern das Gefühl, nicht richtig in die Geschichte reinzukommen, nicht richtig mit dem Buch warm zu werden. Oft konnte ich Handlungen von Protagonisten oder Verhaltensweisen nicht nachvollziehen, oft fand ich die komplette Handlung einfach zu flach.
Und das liegt eben genau daran: Zu viel mittelmäßige Trivialliteratur. Zugegeben, dieses Genre (wenn man das als dieses bezeichnen kann) ist übersättigt mit Romanen und es kommen mit jeder Verlagsvorschau zahlreiche Romane hinzu.

Ich habe für mich gelernt, dass ich meine Lektüren in diesem Bereich künftig sorgfältiger auswählen werde. Ich werde mich, bevor ich mich für ein Buch entscheide (sei es aus dem Buchladen oder als Rezensions-Exemplar), sorgfältig informieren und recherchieren, ob mir der Schreibstil und die Ausarbeitung der Charaktere zusagen. Ich werde Rezensionen zu vorherigen Büchern des Autors lesen und erst dann eine Entscheidung treffen. Ich hatte diesen Herbst beispielsweise zwei Bücher dabei, die ich abgebrochen habe, einfach weil ich keinen Zugang zu diesen Romanen gefunden habe. Das möchte ich zukünftig versuchen zu vermeiden.

Natürlich wird damit einhergehen, dass ich sehr viel weniger aus diesem Genre lesen werde. Aber das ist in Ordnung – vielleicht sogar mehr als das. Denn normalerweise liegt mein Lesefokus ganz woanders. Der Grund, weswegen ich in dieses Genre ja fast schon hineingestolpert bin, hat ganz triviale Gründe.

Mein Studium ist sehr leseintensiv, oft sitzt man bis in die späten Abendstunden an wissenschaftlichen Texten und versucht komplexe Strukturen nachzuvollziehen, um die dahinterliegende Theorie zu verstehen. Das hatte in der Vergangenheit zur Folge, dass ich nach langen Tagen in der Bibliothek nicht mehr aufnahmefähig war, um „anspruchsvolle“ Bücher in der Freizeit zu lesen. Und da ich ja nach wie vor gerne las, griff ich zu Liebesschmökern oder eben zu Bücher, die einen geistig nicht so sehr vereinnahmen.

Mehr Herzensprojekte, bitte!

Und auch, wenn ich heute noch studiere, habe ich für mich entschieden, dass ich lieber (noch) weniger lese, mir dafür die Zeit aber mit ansprechender Lektüre versüße. Qualität vor Quantität quasi.

Mit diesem Entschluss kann ich wirklich mehr als gut leben. Und diese Entscheidung wird auch Auswirkungen auf meinen Blog haben.  Ich werde meinen Blog neu strukturieren, denn in Zukunft soll der Fokus dieses Blogs auf Belletristik und klassischer Lektüre liegen, aber ich habe auch vor, wieder verstärkt Krimis und Thriller zu lesen. Außerdem – und das ist mein kleines Herzensprojekt –  möchte ich mich auf meinem Blog der Kinder- und Jugendliteratur widmen. Ich möchte ganz viele bezaubernde Bilderbücher vorstellen und auch Lesebücher für Kinder und Heranwachsende sollen ihren Platz finden. Auch für die Größeren möchte ich Lese-Empfehlungen aussprechen.

Das ist also mein Plan. Mehr Belletristik, mehr Krimis und vor allem mehr Kinder- und Jugendbücher! Ich bin wirklich sehr glücklich mit dieser Entscheidung und bin froh, dass ich diese Erkenntnis schon nach drei Monaten als Literaturblogger habe. Und damit hatten meine mittelmäßigen Lektüren im Herbst doch ihr Gutes: Sie haben mich dazu animiert zu handeln und meine Lektüreauswahl zu überdenken und – so viel kann ich vielleicht schon verraten – der noch sehr junge Dezember läuft diesbezüglich bereits hervorragend. Zum Beispiel mit diesem Bilderbuch.

Nach dreimonatigem Herumirren durch die Blogger-Welt, bin ich nun sehr glücklich, dass ich nach so kurzer Zeit bereits herausgefunden habe, wohin ich mein Schiffchen steuern möchte.  Es sind kleine Schritte, aber für mich bedeuten sie sehr viel. Es geht jeden Tag ein Stück voran.