Ich besuche die Buchmesse schon seit einigen Jahren regelmäßig, bisher aber nur – obwohl ich auch schon die Jahre zuvor dazu berechtigt gewesen wäre – an den Publikumstagen am Wochenende. Dieses Jahr haben wir (mein Freund und ich) uns vorgenommen, zum ersten Mal zu den Fachbesuchertagen die Buchmesse zu besuchen, weil wir uns einfach mehr Zeit an den einzelnen Ständen nehmen wollten und uns nicht, wie an den Publikumstagen üblich, durch die Reihen schieben lassen.

Einige Tage bevor die Buchmesse startete, wurde ich von Bekannten gefragt, ob wir zufällig dieses Jahr auch die Messe besuchen werden und ob Interesse bestünde, gemeinsam durch die Hallen zu schlendern. Da die beiden die Buchmesse bisher noch nicht besucht haben, haben wir uns kurzerhand dazu entschlossen, sie sozusagen an die Hand zu nehmen und mit ihnen zusammen noch einmal am Messe-Samstag die Buchmesse zu besuchen. Dies ermöglichte mir dann sogar noch einen direkten Vergleich zwischen Fachbesucher- und Publikumstagen.

Der Buchmesse-Freitag

Wir sind ganz gemütlich in den Messe-Freitag gestartet, weil wir alles wollten, nur eines nicht: Stress und Hektik. Da wir die vorherigen Jahre die Erfahrung gemacht haben, dass internationale Verlage (und auch Fachverlage) an den Wochenenden oft schon abgereist sind, haben wir uns den Besuch der Halle der internationalen Verlage dieses Jahr als erstes auf unsere Liste gesetzt.
Apropos Liste: Ich bin ganz ehrlich, ich bin ohne irgendwelche Vorbereitungen auf diese Buchmesse gegangen. Ich habe nicht vorher recherchiert, wo welcher Verlag seinen Stand hat oder wann welcher Autor wo signiert oder wo welche Veranstaltungen abgehalten werden, nein. Ich wollte dieses Jahr wirklich nur eines: Eine schöne Zeit mit vielen neuen Buchentdeckungen verbringen – und ohja, das ist mir in jedem Fall gelungen.

 

Auf dem Weg zu den internationalen Verlagen sind wir noch über die Ausstellung des diesjährigen Gastlandes Frankreich gestolpert und haben uns dort tatsächlich sehr lange aufgehalten. Zunächst fand ich die Holzkonstruktion, die mich in gewisser Weise an riesengroße Keller-Regale aus Holz erinnerten, ein wenig befremdlich. Aber ich habe tatsächlich tolle Buchentdeckungen gemacht, eine davon hat es sogar auf meine Weihnachts-Wunschliste geschafft.

Nach dem Besuch des Gastlandes und der internationalen Verlage – wo ich übrigens wirklich regelrecht ins Schwärmen geraten bin über diese Fülle an wundervollen Büchern, fragt mal meinen Freund, er musste mir die ganzen Verlagsvorschauen nach Hause tragen – statteten wir Halle 3.0 einen Besuch ab. Ich wollte wenigstens einmal in den Genuss kommen, diese Halle nicht überfüllt vorzufinden. Und tatsächlich, der Freitag ermöglichte es mir, an vielen Ständen länger zu verweilen, durch Bücher zu blättern und mir einiges an Infomaterial mitzunehmen, damit ich zu Hause noch weitere Buchschätze entdecken kann.
Und das habe ich auch direkt am Freitagabend gemacht, als ich mit den ersten Verlagsvorschauen in meinem kuscheligen Bett lag und noch gar nicht merkte, wie weh mir meine Füße taten. Schon an diesem Abend füllte sich meine Wunschliste „Buchmesse“ beträchtlich.

Der Buchmesse-Samstag

Auch am Samstag stürzten wir uns schon früh ins Getümmel, wobei Getümmel hier wohl tatsächlich der richtige Ausdruck ist. Es war voll, sehr voll. Da unsere Bekannten keine Buchblogger oder anderweitig in der Literaturbranche unterwegs sind, nahmen wir an, dass Halle 3.0 die richtige Wahl für sie sei – natürlich auch, um das komplette Messe-Feeling mitsamt überfüllter Hallen hautnah mitzuerleben.

   

Nach der Reizüberflutung in Halle 3.0, haben wir uns erneut das Gastland angeschaut, wo auch heute ein wenig mehr los war als am vorherigen Tag. Positiv überrascht wurden wir, als die die Halle der internationalen Verlage betreten haben – Leere. Und eine Ruhe, einfach unfassbar. Wie wir aus den vorherigen Jahren wussten, sind nicht mehr alle Verlage an Messe-Wochenende vor Ort, aber auch hier konnten wir bei den noch präsenten Verlagen einige Entdeckungen machen.
Schon die ganze Zeit über erinnerte mich mein Freund daran, dass wir unbedingt noch einmal an den Stand von TASCHEN besuchen müssen, weil er von diesem Verlag so tolle Bildbände über Regisseure besitzt. Nachdem ich die Buchmesse-App damit beauftragte, mir mitzuteilen, wo der Stand sei, spuckte sie mir „Halle 4“ aus. Halle 4? Ohgott, da waren wir ja noch gar nicht. Nichts wie hin!

Und was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt. In dieser Halle bin ich aus dem Staunen gar nicht mehr herausgekommen, so aufwändig und mit viel Liebe zum Detail waren die Stände in dieser Halle gebaut. Natürlich ist es vermutlich dem Genre geschuldet, dem diese Verlage zugeordnet werden können, welches ich nun ganz plakativ „Kunst“ nenne (Bitte keinen Shit-Storm), aber wow. Ich bin wirklich beeindruckt gewesen und habe mir vorgenommen, bei den nächsten Buchmessen dieser Halle mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Die warme Herbstsonne, die die Buchmesse-Tage zweifelsfrei begleitete, hat uns zum Abschluss dann noch einmal auf eine Snack-Pause auf den roten Teppich (Oho!) eingeladen. Von hier konnte man den Trubel, der auf der gesamten Buchmesse herrschte, noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive beobachten, seine Eindrücke wirken lassen und Resümée ziehen.

Meine Messe-Highlights in diesem Jahr

Da ich dieses Jahr ohne konkrete Pläne, Ziele, Termine unterwegs war, hatte ich den Kopf frei für ganz viele wunderschöne neue Leseeindrücke und ich muss zugeben, in das ein oder andere Buch habe ich mich direkt am Stand verliebt und dann kurzerhand bereits vor Ort auf meine Wunschliste für Weihnachten gespeichert. Immerhin sind es nur noch knapp 2 Monate!
Auf der diesjährigen Buchmesse konnte man feststellen – oder vielleicht hatte auch nur ich den Eindruck -, dass Kinder- und Jugendbücher momentan super trendy sind. Ich hatte das Gefühl, dass sowohl in Halle 3.0 als auch bei den internationalen Verlagen die Zahl an Kinder- und Jugendbuchverlagen immens zugenommen hat. Oder täusche ich mich?
Dies führte aber gleichzeitig auch dazu, dass ich einige wundervolle Bücher entdeckt habe, die großes Potential besitzen, zu meinen liebsten Kinder- und Jugendbücher zu werden. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie oft ich an einem Stand begeistert ein Buch aus dem Regal nahm und aus dem Schwärmen nicht mehr herauskam.
Das passierte mir beispielsweise beim Magellan-Verlag, der Verlag mit dem Wal. Der Stand war so liebevoll gestaltet und der sich immerzu im Kreis drehende Wal hat mich komplett in seinen Bann gezogen. Schon am Stand entdeckte ich Bücher, die ich unbedingt in meiner Sammlung haben möchte. Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, habe ich die Verlagsvorschau mitgenommen und habe auch da ein paar tolle Entdeckungen gemacht.

Die Bücher, die ich direkt vor Ort noch auf meine Wunschliste gesetzt habe, habe ich am Stand von JUMBO entdeckt: Igor Igel mag das nicht! und Trau dich, Ida! – Was soll ich sagen? Es war Liebe auf den ersten Blick.
Bei den internationalen Verlagen waren es Walker Books und Tiger Press, die mein Herz haben höherschlagen lassen. Unfassbar schöne Kinderbücher, ich bin noch nicht komplett durch mit dem Sichten des mitgenommenen Materials, aber es werden zeitnah auf jeden Fall englischsprachige Kinderbücher bei mir einziehen müssen.

Neben all den Kinder- und Jugendbuchverlagen war ich nicht minder von der immensen Auswahl an Koch-, Back- und DIY-Büchern beeindruckt. Mir ist bewusst, dass hier jedes Jahr eine Vielzahl an Verlagen vor Ort sind, aber gerade dieses Jahr konnte ich einige vielversprechende Kochbücher für mich entdecken. Vor allem der EMF-Verlag und Thorbecke haben mich hier überzeugen können.

Meine Messe-Highlights in Bildern

Ich weiß, ich weiß – Bisher habe ich ausschließlich über Kinder- und Jugendbücher sowie über Koch- und Backbücher gesprochen. Ich habe aber natürlich auch einige Entdeckungen im Bereich der Fachliteratur für meine Masterthesis machen können und auch Bücher der Belletristik sind auf meinem Wunschzettel platziert worden.
Ich habe euch eine kleine Auswahl meiner Wunschzettel-Kandidaten aus dem Atlantik Verlag und dem Insel Verlag zusammengestellt.

Das sind die beiden Kinderbücher, die direkt am Stand der Buchmesse auf meiner Wunschliste eingezogen sind.

Und zum Abschluss noch einmal eine klitzekleine Auswahl der Koch- und Backbücher.

2 Tage Frankfurter Buchmesse 2017 – Mein Fazit

Ich mochte die beiden Messetage dieses Jahr tatsächlich sehr. Aber dieses Jahr war auch vieles anders. Ich war zum ersten Mal als Bloggerin auf der Buchmesse, ich habe zum ersten Mal die Buchmesse an den Fachbesuchertagen besucht, ich halte dieses Jahr meine Messe-Eindrücke zum ersten Mal schriftlich fest.

Dies sind viele erste Male und doch habe ich eines in diesem Jahr nicht getan: Ge-Networked. Manch einer wird sich vielleicht gewundert haben, dass es keinen Abschnitt darüber gibt, wie ich mich mit anderen Bloggern getroffen habe oder Termine bei Verlagen wahrgenommen habe, denn das habe ich nicht. Das hat mehrere Gründe.

Zum einen habe ich erst kurz vor der Buchmesse mit dem Bloggen begonnen und habe deswegen schlichtweg weder ausreichend Content noch Reichweite zu liefern, um ernsthaft Gespräche für Kooperationen zu führen. So sehe ich das zumindest. Aber das ist auch vollkommen in Ordnung, ich habe die Buchmesse – und das ist der zweite Grund – privat besucht und bin nicht als Bloggerin über die Messe gelaufen. Nächstes Jahr sieht das vielleicht schon ganz anders aus, aber in diesem Jahr wollte ich das so und habe mich damit sehr wohl gefühlt – es war eine meiner besten Buchmessen überhaupt.