Kleine Ausflüge bereichern den Alltag und reduzieren das Stresslevel. Das haben wir uns neulich auch gesagt und haben uns in Richtung Taunus aufgemacht, um einen Nachmittag einmal abzuschalten und Energie zu tanken. Es ging nach Schwalbach, denn dort befindet sich das Arboretum Main-Taunus, auf das wir erst vor Kurzem aufmerksam wurden, obwohl wir in unserem Alltag schon häufig daran vorbeigefahren sind.

Stefan fuhr insgesamt 3 Jahre regelmäßig auf seinem Weg ins Büro daran vorbei und auch ich fuhr zunächst einige Monate unwissend am riesigen Baumpark vorbei, bevor ich schließlich sogar in Laufnähe arbeitete. Es ist irgendwie verrückt, wie wenig man seine Umwelt wahrnimmt und seine (Wahl-)Heimat kennt.

Das Arboretum Main-Taunus

Im Städtedreieck Schwalbach, Eschborn und Sulzbach befindet sich das Arboretum Main-Taunus. Es ist eine 76 Hektar große Waldparklandschaft, die zum Spazieren, Radfahren und dank der zahlreichen Sitzmöglichkeiten zum Verweilen und Entspannen einläd. Das Besondere am Arboretum ist sein exotischer Baum- und Strauchbestand. Unter den mehr als 600 verschiedenen Arten befinden sich nicht nur einheimische Bäume und Sträucher, sondern Bestände aus insgesamt 38 unterschiedlichen Regionen der nördlichen Erdhalbkugel. Insgesamt kann man vier Regionen der gemäßigten Zone entdecken: Vom westlichen und östlichen Amerika über Europa, dem Kaukasus, Kleinasien bis nach Japan, China und dem Himalaya erstreckt sich die Wald-Weltreise.

Als ich davon las, konnte ich das nicht so recht glauben. Ich war unglaublich neugierig und wollte es unbedingt mit eigenen Augen sehen. Eine Weltreise durch die Wälder der nördlichen Erdhalbkugel an einem Nachmittag – das klingt schon irgendwie verrückt, oder nicht?

 

Eine Weltreise durch die nördlichen Wälder der Erde

Ich bin außerordentlich froh, dass ich auf diesen Ausflugtipp bestoßen bin. Das Arboretum hat uns einen unvergesslichen Tag beschert, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Auch das Wetter war an diesem Tag perfekt: Es war nicht zu heiß und auch nicht zu kühl. Die Sonne schien und so hatte man mit den Bäumen und Waldabschnitten die perfekte Mischung. Was mich besonders beeindruckte: Trotz der Nähe zu den umliegenden Autobahnen und Bundesstraßen ist es hier unglaublich ruhig. Es fühlt sich ein wenig so an, als sei man mit dem Passieren des Waldhäuschens in eine andere Welt fernab des Großstadtlärms katapultiert worden. Und vielleicht ist das auch ein wenig so.

Schon nach wenigen Metern im Park entdecke ich die ersten Bäume, die ich noch nie in unseren heimischen Wäldern gesehen habe. Ein Blick auf das angebrachte Schild verrät mir: Wir befinden uns im Himalaya, also bereits mitten in Asien. Das ging ja wirklich schnell. Interessiert lese ich die zahlreich angebrachten Hinweis- und Informationstafeln und lese mich von Baumgruppe zu Baumgruppe.

  

Nach ungefähr 3 Stunden und einem ausgiebigen Halt an der Streuobstwiese, haben wir sämtliche Waldgesellschaften im Arboretum gesehen und auch, wenn es nur so kurz war, hat dieser Ausflug unglaublich gut getan und ich bin mir sicher, dass wir nicht das letzte Mal hier waren. Wie schön werden die Bäume erst im Herbst zum Indian Summer aussehen?


Anreise zum Arboretum Main-Taunus

Anfahrt mit dem ÖPNV

1) S3/S4 bis „Eschborn Bahnhof“
2) Bus 252 bis Haltestelle „Camp Phönix“
3) Dann: kleiner Fußweg zum Arboretum

Adresse für das Navi
Am Weißen Stein, 65824 Schwalbach

Weitere Informationen zum Arboretum Main-Taunus gibt es hier: Hessen Forst, Regionalpark Rhein Main, Lageplan